Dieses Festival stand ganz im Zeichen seines Namensgebers,
der im Mai 2002 hundert Jahre alt geworden wäre. In einer Hommage an Max
Ophüls wurden fünf seiner Filme aus fünf verschiedenen Produktionsländern
gezeigt sowie zwei Dokumentarfilme über den in Saarbrücken geborenen
Regisseur. Der Auswahlbeirat stand vor der Mammutaufgabe aus der Rekordanmeldung
von 340 Filmen 18 Wettbewerbsfilme (9 D, 5 CH, 4 A) auszuwählen. Der Festivaletat
war mittlerweile bei 650.000 € angelangt und 20000 Zuschauer dokumentierten
wieder einmal den hohen Publikumszuspruch.
Max Ophüls Preis: MEIN RUSSLAND, Barbara Gräftner
Begründung
der Jury (Stefan Arndt, Valerie Fischer, Hans-Dieter Seidel, Christine A. Maier,
Iva Švarcová): "Ein intelligenter, vielschichtiger Film mit einer
genauen Drehbuchvorlage, der es sich deshalb leisten kann, leicht und quasi dokumentarisch
daherzukommen. Wir haben das Gefühl, | | dabei zu sein, und die Figuren erschreckend gut zu kennen.
Die Russen, die ihre Pferde bei lebendigem Leibe auffressen, die Wiener, die ihre
Frauen aus den Gogo-Bars holen: Der Film jongliert virtuos mit den Stereotypen
in unseren Köpfen."
Filmpreis des saarländischen Ministerpräsidenten: FICKENDE FISCHE, Almut
Getto
Begründung der Jury: "Die wunderbare und zugleich tief
verstörende Phase, in der Halbwüchsige erwachsen werden sollen, gehört
zu den Standardthemen des Kinos. Wer hätte ahnen mögen, dass es für
die Zeit, in der junge Menschen mit sich ins Reine zu kommen suchen, noch einen
unverbrauchten Ton gibt, der vom ersten Moment an im Zuschauer nachklingt? Die
Regisseurin und Drehbuchautorin Almut Getto findet diesen Ton: Sie verknüpft
pubertäre Not mit einer Lebensbedrohung. Couragiert hält Almut Getto
die heikle Balance, wie man mit Sex und Aids lieben und nicht leben kann."
Der Förderpreis ging an Sabine Derflinger für VOLLGAS, mit dem
Drehbuchpreis wurde Stefan Haupt für UTOPIA BLUES ausgezeichnet. Die
Nachwuchsdarstellerpreise erhielten: Marie-Luise Schramm („Mein
Bruder der Vampir“) und Michael Finger („Utopia Blues“).
Den Kurzfilmpreis erhielt Sven Harguth für DU UND ICH, WIR KÖNNTEN EINANDER
GEHÖREN. Der Max Ophüls Preis wurde um 15% aufgestockt auf nunmehr
18.000 €, verbunden mit einer Verleih-förderung in Höhe von 18.000
€. Der Preis des Saarländischen Ministerpräsidenten beinhaltete
eine finanzielle Förderung des Preisträgers mit 5.500 €, verbunden
mit einer Verleihförderung in Höhe von 5.500 €.
| | Das Festival wurde überschattet
von einer Diskussion über die Verlängerung des Vertrages der Festivalleiterin
Christel Drawer und die Konzeption des Festivals. Insbesondere zwischen Kulturdezernent
Rainer Silkenbeumer, Amtsleiter Albrecht Stuby und Festivalleiterin Christel Drawer
gab es erhebliche Differenzen. » Konzept
für den Max-Ophüls-Preis Der Kulturausschuss der Landeshauptstadt
Saarbrücken entschloss sich die Stelle der Festivalleitung neu auszuschreiben.
Eine Findungskommission entschied sich mehrheitlich für Dr. Boris Penth als
Nachfolger. In der Folge verließ auch Ewald Blum die Festivalorganisation
und das Festival wurde aus dem Amt für kommunale Filmarbeit ausgegliedert
und dem Theaterfestival „Perspectives GmbH“ (Geschäftsführer
Rainer Silkenbeumer) zugeordnet und damit privatisiert. Der städtische
Zuschuß erhöhte sich für das Festival von 247.276 € im Jahr
2002 auf 357.000 € im Jahr 2003.
Im Jahre 2002 wurde erstmals der
Franz Hofer
Preis vergeben.
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