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Ein internationaler Wettbewerb mit Preisverleihung - das ist etwas schrecklich
Ernstes, Verpflichtendes, Seriöses. Der beste Film, die beste Schauspielerin,
das beste Drehbuch. Da muß man auf der Hut sein. Da gilt es, vieles zu bedenken,
Rücksichten zu nehmen. Geht der eine Preis an die eine Seite, dann muß
der andere an die andere gehen. Da heißt es diplomatisch abzuwägen,
ausgewogen zu sein, sich nach allen Seiten absichern.
Wie herrlich dagegen
der Max-Ophüls-Preis. Da braucht man selbst als Juror nichts weiter sein,
als jemnad, der Spaß hat am intelligenten Kino. Da kann man, muß man
geradezu rücksichtslos sein. Nur die Unausgewogenheit bringt uns weiter.
Schluß mit der diplomatischen Feierlichkeit. Her mit dem Neuen, Frischen,
Überraschenden, Originellen. Der Max-Ophüls-Preis ist, so hat
es die diesjährige Jury etwas flapsig formuliert, ein "schräger"
Preis für "schräge" Filme. Er ist ein Preis mit einem
Augenzwinkern, das da sagt: "Na, damit hätten Sie wohl nicht gerechnet." Er
ist also auch ein Preis, der zum Widerspruch aufreizen soll. Keine Absicherung,
sondern ein Aufreißen von neuen Möglichkeiten. Einkalkuliert ist damit
die Kontroverse, denn ohne sie keine Weiterentwicklung. [...] Und
noch etwas ist der Max-Ophüls-Preis: er ist - wenigstens noch - ein Preis
für einen Kinofilm. Gedacht für ein Werk, das nicht bereits in den Fernseharchiven
abgeschrieben ist, sondern das tatsächlich im Kino lebendig ist und dort
auch seinen eigentlichen Markt haben sollte. [...] |