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 Der
Franz Hofer Preis 2002 des "Filmhaus Saarbrücken"
für eine herausragende Leistung wurde auf Empfehlung der Jury
vergeben an:
Rolf Teigler für seinen Film OUTLAWS
Dokumentarfilme mit spielfilmähnlichem Charakter fallen oft
durch die Raster der verschiedenen Sektionen der Filmfestivals und
haben es deshalb besonders schwer, die ihnen gebührende Aufmerksamkeit
zu erhalten. Rolf Teiglers faszinierende Semi-Dokumentation über
die Dreharbeiten eines Films mit Gefängnisinsassen als Hauptdarsteller
und Drehbuchautoren ist auch eine Anerkennung für einen Film,
der eine größere Aufmerksamkeit verdient hat. >> Infos
zum Film >>
Erinnerung an einen in Saarbrücken geborenen
Klassiker des deutschen Films Franz Hofer wurde als Franz Wüstenhofer am 31. August 1882
in Saarbrücken/Malstatt geboren. Er lebte bis 1899 in Saarbrücken
und war nicht nur ein bekannter Stummfilm-Regisseur, sondern auch
einer der ersten Autoren-Filmer Deutschlands. Nur 16 seiner mehr
als 80 Filme sind erhalten. Er schrieb und drehte Krimis, Sozialdramen und Komödien in
verschiedenen Ausprägungen - mit Frivolitäten, Witz, Gefühl
und schöner Ausstattung. Ungewöhnlich für die damalige
Zeit war der feministische Touch seiner Stummfilme. Meist waren
Frauen die Hauptpersonen: Frauen, die ihr Leben mutig selber in
die Hand nehmen und immer wieder zeigt er Frauen in Hosenrollen.
Das letzte Lebenszeichen stammt von 1944, als er bei der Premiere
seines Lustspiels "Braut auf Abruf" im Görlitzer
Stadttheater zugegen war. Sein Todesdatum konnte bisher noch nicht
ermittelt werden.
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SAARBRÜCKER
ZEITUNG vom 16.08.2002
Der Mann, der die Frauen filmte
Das Saarbrücker Filmhaus würdigt den Regisseur Franz
Hofer und vergibt heute erstmals den
"Filmhaus-Award"
Lange war er vergessen: Erst seit ein paar Jahren erinnert man sich
wieder an den Filmregisseur Franz Hofer. .Erst kürzlich kam heraus:
Der ernst gefeierte Stummfilm-Künstler stammt aus Saarbrücken.
Franz Hofer war zwischen 1913 und 1918 einer der erfolgreichsten
und berühmtesten deutschen Filmregisseure. Danach geriet er völlig
in Vergessenheit. Erst als zufällig bekannt wurde, dass er aus
Saarbrücken stammt und mit richtigem Namen Franz Wüstenhöfer
hieß, kam die Forschung in Gang.
Andrea Dittgen aus Saarbrücken entdeckte Hofers Geburtsurkunde.
Hofer wurde am 31. August 1882 in der Breiten Straße im damals
selbstständigen Malstatt geboren und konnte sein Leben bis 1899,
als er sich als "Studiosus" nach Sachsen abmeldete, rekonstruieren.
Dann gibt es erst wieder Lebenszeugnisse von Ihm, als er jetzt schon
als Franz Hofer - 1910 in Berlin als Theaterregisseur
auftaucht. 1913 kommt er zum Kino.
Und schon bei seinem ersten Film wird mit seinem Namen geworben.
In den nächsten Jahren berichten Fachzeitschriften immer wieder
über den Regisseur Franz Hofer, es erscheinen Geschichten etwa
über seine Heirat mit der Schauspielerin Dorrit Weixler. Franz
Hofers Filme treffen den Geschmack der Zeit, er dreht Melodramen ("Des
Alters erste Spuren"), Krimis ("Die schwarze Natter"),
Komödien ("Fräulein Piccolo").
Und jeder Streifen der "Franz-Hofer-Serie" ,wird zum Hit.
Die Wiederentdeckung Franz Hofers um 1990 verlief seltsamerweise unter
feministischen Vorzeichen; die Frankfurter Professorin Heide Schlüpmann
nahm sich Hofers an. Tatsächlich sind auch häufig Frauen
Hauptfiguren in seinen Filmen. Gleich sein erstes Werk "Des Alters
erste Spuren" behandelte das Drama einer Frau, die, als erste
Falten auftauchen, ihre Stellung als Geliebte eines reichen Mannes
verliert. In den Komödien wie "Das rosa Pantöffelchen"
ist es immer wieder eine junge Frau (häufig Hofers spätere
Ehefrau Dorrit Weixler), die verstaubte wilhelminische Strukturen
durcheinanderwirbelt. Aber ob Franz Hofer wirklich ein pro-feministischer
Filmregisseur war, lässt sich angesichts der schlechten Überlieferung
(von seinen 98 Filmen sind nur 16 mehr oder weniger vollständig
erhalten) kaum sagen. Schlüpmann hat auch festgestellt, dass
das frühe Kino sich generell eher an ein weibliches Publikum
wendete. Was heute aber an Hofers Filmen fasziniert, ist die Lebendigkeit
der Inszenierung. 1913 war es gerade ein paar Jahre her, dass so etwas
wie die Großaufnahme "erfunden" worden war; viele
Filme der frühen Jahre bestehen aus statischen Einstellungen.
Hofers Kamera war schon sehr beweglich. In "Die schwarze Natter"
gibt es eine rasante Verfolgungsjagd über mehrere Dächer,
die mit ungewöhnlichen Kameraperspektiven aufwartet. In "Hurra,
Einquartierung", einer Militärkomödie von 1913, arbeitete
Hofer sogar mit raffinierten Doppelbelichtungen, ein Jahr, bevor Paul
Wegener seine berühmte Doppelrolle im "Student von Prag"
drehte. Bis 1918 konnte sich Franz Hofer auf dem Markt behaupten,
Dann aber verpasste er den Anschluss an den Expressionismus des "Dr.
Caligari". Und gegen die Großproduktionen der Ufa ("Die
Nibelungen") konnte der unabhängige Produzent Franz Hofer
nicht ankommen. Doch er war auch thematisch nicht mehr auf der Höhe.
Einer der wenigen erhaltenen Filme aus den 20er Jahren ("Die
Glocke. Das verlorene Elternhaus" von 1923) erzählt praktisch
die gleiche Geschichte wie "Weihnachtsglocken 1914" (Kriegsheimkehrer
findet sich nur mühsam in die Nachkrieggesellschaft ein) und
ist weit entfernt vom Tempo der Weimarer Republik. Hofers Kamera war
wieder statisch geworden, im ganzen Film gibt es nur eine Einstellung
in der sich die Kamera bewegt. Mit dem Beginn des Tonfilms 1930 war
Hofers Filmkarriere zu Ende. Er drehte noch einen Kriegsfilm ("Drei
Kaiserjäger"), selbst sein Eintritt in die Reichsfilmkammer
brachte ihm keinen Regie-Job mehr ein. So viel man weiß, schrieb
er wieder fürs Theater. Erst vor drei Jahren fand der Münchner
Filmhistoriker Herbert Birett heraus, dass Hofer am 5, Mai 1945 in
Berlin starb.
(PETER HORNUNG)
Eine Gala für Franz Hofer und der neue "Filmhaus-Award"
Heute, 16. August, erinnert das Saarbrücker Stadtkino im Filmhaus
mit einer Gala an Franz Hofer. Es laufen seine Filme "Fräulein
Piccolo" und "Die Glocke". Außerdem wird bei
der Veranstaltung der erstmals vergebene "Filmhaus-Award "
vergeben. Mit diesem Preis wird ein Film ausgezeichnet, der im letzten
Jahr im Filmhaus gelaufen ist, aber in der Öffentlichkeit nicht
die verdiente Beachtung gefunden hat. Ausgewählt wurde der
Film von der Auswahljury des letzten Max-Ophüls-Preises (Filmjournalistin
Andrea Dittgen, Kameramann Klaus Peter Weber und "SZ"-Redakteur
Tobias Kessler) zusammen mit Filmhausleiter Albrecht Stuby. In den
nächsten Jahren soll der Preis allerdings von einer Jury vergeben
werden, die aus den Abonnenten des Filmhauses besteht. Der Preis
ist mit 2500 Euro dotiert, die ein Sponsor (die Bitburger Brauerei)
zur Verfügung stellt. Den Preis überreicht der Saarbrücker
Oberbürgermeister Hajo Hoffmann, die Laudatio hält "SZ"-Redakteur
Thomas Reinhardt. Wer den Preis gewinnt bleibt bis zur Vergabe geheim.
Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr im Saarbrücker Filmhaus,
Mainzer Straße
EHREN-FILMHAUS-AWARD
2003 für
Manfred
(Manny) KIRCHHEIMER
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