Putzfrau Paula und die Liebe "WENN DER RICHTIGE KOMMT" von
Oliver Paulus und Stefan Hillebrand ist der Lieblingsfilm der Besucher des "Filmhauses".
Die Mischung aus Dokumentarfilm und Märchen erhielt deshalb den Filmhaus
Award 2004. von SZ-Mitarbeiterin Ruth Rousselange St. Johann. Sanft
leuchtet die Herzlampe in Pink auf der Bühne des "Saarbrücker Filmhauses"
- und damit ist klar, der diesjährige Preisträger des Filmhaus Awards
steht fest. Von den sechs von Mai bis August vorgestellten deutsch-schweizerisch-österreichischen
Independent-Produktionen hat das Publikum "WENN DER RICHTIGE KOMMT"
von Oliver Paulus und Stefan Hillebrand zum Sieger erkoren. Co-Regisseur Hillebrand
und Hauptdarstellerin Isolde Fischer waren angereist und nahmen den "Filmhaus
Award 2004" von Saarbrückens Oberbürgermeisterin Charlotte Britz
entgegen. Frau Britz nimmt die Vergabe gleich zum Anlass, die Wichtigkeit von
engagierter Kulturpolitik herauszustreichen. Zur Einläutung des Abends gibt's
auch passend Musikalisches. Die Belgierin Fabienne Carlier singt zu Klavier und
Akkordeon Chansons aus französischen Filmen von Godard bis Truffaut. SZ-Redakteur
Tobias Kessler gibt eine kurze Einführung in den komplett improvisierten,
hauptsächlich in Mannheim gedrehten Film. Putzfrau Paula, direkt an
einem wenig ansehnlichen Schrottplatz wohnend, verliebt sich in den türkischen
Sicherheitsbeamten Mustafa, dessen Höflichkeit sie offenbar für Zuneigung
hält. Als er eines Tages nicht mehr am Arbeitsplatz erscheint, begibt Paula
sich kurz entschlossen auf die Suche und fliegt in die Türkei. Nur drei Hauptdarsteller
standen zu Beginn des Filmes fest, andere hat man direkt vor Ort rekrutiert. Auch
im Drehbuch war nichts fest geregelt, keine Szene sollte wiederholt werden. Der
Kameramann wusste vor Drehbeginn nie, was gleich passieren wird, erklärt
Hillebrand. Hauptdarstellerin Fischer erzählt nach dem Film, sie habe sich
alle Dialoge spontan überlegt und zur Einarbeitung in ihre Rolle auch tatsächlich
in einer Putzkolonne gearbeitet. So sei sie immer mehr zu "Paula" geworden.
"WENN DER RICHTIGE KOMMT" habe schon eine Art "Verunsicherungspotenzial"
meint Filmhausleiter Albrecht Stuby. Wie "Alltagsmenschen" sollten die
Schauspieler wirken und das ist gelungen. "WENN DER RICHTIGE KOMMT"
kleidet sich in Authentizität, vom deprimierenden Vorstadtmilieu bis zu scheinbar
dem realen Leben abgelauschten Gesprächen. Und doch glaubt der Film an Wunder,
denn Putzfrau Paula darf schließlich eines erleben. Auf vielen Filmfestivals
war die 2003 realisierte deutsch-schweizer Produktion mittlerweile zu sehen. In
Setubal (Portugal) gab's den Preis für den besten Nachwuchsfilm. Und nun
noch den "Filmhaus Award 2004". So wurde dann auch noch kräftig
gefeiert. |