Home
 
  Übersicht nach Filmen
  Aktuelle Infos
  Filmscene
  VHS
  Förderverein Filmhaus
 Programm Vorschau
  Max Ophüls Preis
  Wolfgang Staudte
Preis
  Franz Hofer Preis
  Filmhaus Award
 Kinosommer
 Angebot Filmplakate
 Eintrittspreise
 Internet-Bon
 Anfahrt
 Kontakt
 Links
ZEIT DES ZORNS Rafi Pitts

IRN/DEU 2010, 90 Min
FSK ab
D: Rafi Pitts, Mitra Hajjar, Ali Nicksaulat, Hassan Ghalenoi, Manoochehr Rahimi

08. - 14.04. (Do - Mi) 18.30 Uhr
15. - 21.04. (Do - Mi) 19.15 Uhr

Ali lebt mit seiner Frau und seiner sechsjährigen Tochter in der Metropole Teheran. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis arbeitet er in einer Fabrik, doch wegen seiner Gefängnisstrafe erlauben ihm seine Vorgesetzten nur, während der Nachtschicht zu arbeiten. Zeit mit seiner Familie kann Ali deswegen kaum noch verbringen. Dennoch versucht er, ein normales Leben zu führen. Von Zeit zu Zeit zieht er sich in die Wälder zurück, wo Stille herrscht und Einsamkeit. Hier, im Niemandsland wilder Natur, geht Ali auf die Jagd. Im Dickicht der Bäume sucht er nach einem möglichen Ziel. Doch die trügerische Ruhe seiner geregelten Lebensbahnen wird herausgefordert, als die Stadt in Aufruhr gerät. Menschenmassen ziehen durch die Straßen und die Tumulte erfassen bald auch Ali und seine Familie. Eines Tages kehrt Ali in eine verwaiste Wohnung zurück - seine Frau und seine Tochter sind spurlos verschwunden. Nach stundenlangem Warten auf der Polizeistation erfährt er schließlich, dass seine Frau bei einer Demonstration erschossen wurde, doch von seiner Tochter fehlt jede Spur. Hilfe kann er von der Polizei nicht erwarten - im Gegenteil, sie verdächtigt ihn, mit den Demonstranten zu sympathisieren. Zwei Tage später wird auch sein Kind tot aufgefunden. Von maßlosem Zorn ergriffen, nimmt Ali sein Gewehr und bezieht Stellung auf einem Aussichtspunkt über den zirkulierenden Highways Teherans. Als ein Polizeiwagen in sein Blickfeld gerät, glaubt Ali sein Ziel gefunden zu haben.
"ZEIT DES ZORNS" ist die Anatomie einer Rache. Mit Bildern, die nach Himmel und Hölle greifen, gelingt Rafi Pitts ein zeitloses, hochsymbolisches und lyrisches Kunstwerk über Stillstand und Bewegung in einem getriebenen Land. Der schon mehrfach preisgekrönte Regisseur lässt aus Entrückung und Schweigen eine fesselnde Leuchtkraft entstehen, er schuf das aufrechte Porträt einer unbefriedeten und unbefriedigten Gesellschaft. (Presse-Info Verleih)
Seinen Titel verdankt Rafi Pitts' Film dem atemberaubenden Vexierspiel, das er betreibt: Ali zog in seiner Freizeit gern mit dem Gewehr durch die Wälder. Nachdem er seine Familie verloren hat, legt er sich mit der Waffe am Stadtring auf die Lauer. Zwei Polizisten tötet er, und dann wird der Jäger Ali gejagt von zwei Jägern, die wiederum einander jagen. Sein Drama eines totalen Gefangenseins in den Verhältnissen erzählt Pitts fast lakonisch. "ZEIT DES ZORNS" ist die Anatomie einer Rache ebenso wie ein Porträt des Iran. Es ist ein großartiger Film. (Berliner Zeitung)
Demonstrationen und Polizeistaat Iran als Kinostoff? Das könnte leicht zur plumpen Powerpoint-Präsentation mit politisch korrekter Betroffenheitsbotschaft geraten. Doch weit gefehlt! Spannend wie ein Thriller, fast Western, erzählt dieses mitreißende Drama von den kafkaesken Zuständen im heutigen Teheran. Ein Nachtwächter erfährt, dass Frau und Tochter durch Polizeikugeln bei einer Demonstration erschossen wurden. Bei den Behörden wird er gnadenlos zum Bittsteller degradiert. Ebenso gnadenlos nimmt er Rache. Im Stil des italienischen Neorealismus entwirft Rafi Pitts sein wütendes Bild des Iran und fordert vor allem gegenseitige Toleranz jenseits von Schwarz-Weiß-Denken. Intensives Kino, rasant erzählt, visuell überzeugend - und mit überraschendem Finale. Schade, dass dieser Berlinale-Favorit bei den Bären leer ausging. (Programmkino.de)
70 Prozent der heutigen Iraner waren noch nicht geboren, als sich die Islamische Revolution 1979 ereignete. Sie haben nichts zu verlieren und keine Angst vor einem radikalen Wechsel. Mein Protagonist hat die damalige Revolution schon bewusst mitbekommen, und deshalb ist er skeptisch gegenüber radikalen Umbrüchen. Er möchte nur mit seiner Familie ein normales Leben führen. Sein Problem ist: Die Gesellschaft lässt ihn nicht. Seine Frau, wie viele Frauen im Iran, hat höhere Ansprüche an ihr Leben und ist viel aktiver. Er wird erst aktiv, als er alles verliert. Ein großer Teil der iranischen Bevölkerung ist wie eine Zeitbombe. Die Autoritäten sollten nicht glauben, sie mit Brutalität abspeisen zu können. Das ist auf Dauer unmöglich. (Regisseur Rafi Pitts)