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Werkschau Brillante Mendoza
TIRADOR


PHL 2007, 86 Min, OmeU
FSK ab


29. + 30.7. (Do + Fr) 18.30 Uhr

Der Schauplatz von TIRADOR (Slingshot, 2007) ist ein Slum von Manila. Mitten ins chaotische Getümmel von beengten Gassen, schäbigen Wohnungen und einer behelfsmäßigen Infrastruktur wirft sich die nervöse Kamera, die die permanente Anspannung der Bewohner in atemlose Bewegung überträgt. Kleine Betrügereien, Diebstähle und Drogenhandel sind die Überlebensstrategien, Möglichkeiten, aus der Armut auszubrechen, gibt es so gut wie keine. Bestimmt ist das Leben von Hektik und Enge, eine latente Aggressivität, die sich beim kleinsten Anlass gewalttätig entladen kann, schwebt über allem. Daneben ist der Wahlkampf für die landesweiten Wahlen 2007 allgegenwärtig: Stimmenkauf, politische Willkür und Korruption bilden den Hintergrund zur Armut im Slum. (Arsenal Kino Berlin)
TIRADOR führt in die Slums von Manila und wirft gleichsam Spotlights auf einige Bewohner, ohne dass daraus größere Geschichten entwickelt würden. Es geht um ein Gesamtbild dieses - für europäische Augen - schrecklichen Ortes, wo die Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht sind, Menschen in äußerster Armut, die meist nur durch stehlen, betrügen, hehlen - verbunden mit oft blutiger Gewalt - zu überleben vermögen. Fehlende Hygiene, Neid und Missgunst machen den Alltag für diese Bewohner zur Hölle. Drogen und Sex spielen dabei - wen wundert's - eine große Rolle, brutale Razzien einer bestechlichen Polizei sind die Folge - ein anscheinend undurchdringlicher Teufelskreis.
Vorwiegend gefilmt mit Handkameras, die in rasendem Tempo durch Zimmer, Treppen, Flure, enge Gassen, Abwasserkanäle oder überfüllte Strassen und Plätze hasten. Die Schluss-Sequenzen dieses halbdokumentarischen Spielfilms zeigen den lokalen Wahlkampf von 2007: wie die unwissenden, ungebildeten Slumbewohner gegen entsprechende Stimmabgabe offen bezahlt werden, während Politiker auf einer pompös-inszenierten Massen-Veranstaltung leere Phrasen dreschen: Bilder einer verlogenen, korrupten Gesellschaft, krass gespalten in arm und reich. (aliskritiken.berlinbewertung.de)