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Woche vom 25.02. - 03.03.2010
Do. - So. 18.00, 20.15 Uhr
Mo. 18.00 Uhr
Di. + Mi. 18.00, 20.15 Uhr
FSK ab 12 beantragt
Wenn ein Mensch vom Blitz getroffen wird, dann ist das tödlich
oder zumindest extrem unangenehm. Nicht so in Nana Djordjadzes neuem
Film The Rainbowmaker, einem Märchen voll von übersinnlichen
Erfahrungen. Hier macht der Kugelblitz aus Datho, der Hauptfigur,
einen neuen Menschen mit höchst erstaunlichen Fähigkeiten.
Der Meteorologe kann plötzlich das Wetter ändern.
Schon die ersten Einstellungen machen klar, dass hier Magie und
Realismus Hochzeit feiern. Schwerelos erhebt sich die Kamera in
die Lüfte, Kinder drehen sich im Karussell, Zirkusartisten
setzen dem Alltag Glanzlichter auf. Die Georgierin Nana Djordjadze
(27 Missing Kisses) kreiert eine Welt, in der die Grenzen zwischen
Realität und Fantasie aufgehoben sind. Wie selbstverständlich
spaziert der Tod in Gestalt einer Sensenfrau durchs Bild, eine andere
Verführerin schwebt ebenso natürlich aus dem Himmel herab,
alles scheint möglich, nichts unwahrscheinlich.
Die Bilder verströmen eine betörende Leichtigkeit, die
ganz im Gegensatz steht zu der "realen" Geschichte. Datho
hat nämlich lange Jahre unschuldig im Gefängnis gesessen.
Jetzt kommt er nach Hause und niemand will ihn haben. Seine engelhafte
Frau Elene (Anja Antonowicz) vergnügt sich mit einem Feuerschlucker.
Und die beiden Kinder haben sich den Vater als Helden vorgestellt,
nicht als Ritter der traurigen Gestalt. Aber alles wird anders,
als Datho plötzlich seine Widersacher in der Badewanne einfrieren
kann oder er es derart regnen lässt, dass sie im Schlamm stecken
bleiben.
Es sind einsame Figuren, die hier aufeinandertreffen. Wie Planeten
kreisen sie in gehörigem Abstand um sich selbst. Nur die Magie
bringt sie für wundersame Momente zusammen, eine Energie, die
vom Blitz herrührt oder von der Macht der Fantasie. Was wäre
ihr Leben und was wäre dieser Film, wenn sie nicht alle Erdenschwere
hinter sich ließen und sich erhöben in ein goldenes Licht,
in ausgefeilte Bildkompositionen und eine fantastische Welt.
Es verwundert kaum, dass die Regisseurin selbst einen wirklichen
Kugelblitz aus nächster Nähe erlebte. Sie hat den Film
ganz aus der Erinnerung an die denkwürdige Erfahrung komponiert.
Es war in einer georgischen Berghütte: Der Blitz schlug im
Fenster ein, zischte durch den Raum und hinterließ einen verbrannten
Fleck auf dem Fensterbrett. Für eine Ewigkeit schien die Zeit
stillzustehen. "Mir schien, als ob der Blitz in mich eingedrungen
war - für immer", schreibt Nana Djordjadze in einem Bericht
über diese Begegnung mit dem Übersinnlichen.
Aber es ist eben nicht nur der Blitz, der für die wundersame
Energie des Fantastischen steht. Fast alle Personen dieses Films
haben Kontakt zu übernatürlichen Kräften und Wesen,
gleiten wie selbstverständlich hinüber in eine Welt der
Wünsche und Vorstellungen und wieder zurück. Dass das
auch seine problematischen Seiten haben kann, wird nicht verschwiegen.
Und so ist The Rainbowmaker mehr eine Meditation als eine erzählte
Geschichte, mehr ein Bilderstrom als ein Spannungsbogen. Die Gesangseinlagen
nehmen nicht von ungefähr opernhafte Züge an. Das große
Gefühl ist wichtiger als eine stimmige Dramaturgie. Deshalb
tritt die Handlung gegen Ende ein wenig auf der Stelle. Auch wenn
dieser magisch-furiose Kugelblitz dann noch ein zweites Mal zuschlägt.
(Peter Gutting, Kino-Zeit.de)
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