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UdSSR 1924, 94 Min, russ. Zwischentitel mit engl. UT
FSK ohne Angabe
D: Michail Gomorow, I. Kljukwin, V. Saruev, Maxim Schtrauch, A.
Kurbatov, B. Jurcev, Igor Iwanow, Grigori Alexandrow, Alexander
Antonow
01. Mai (Sa) 15.30 Uhr - Aktion Hoffeste
Mainzer Straße: Eintritt frei !!!
20.05. (Do) 20.00 Uhr
Stummfilme der Russischen Avantgarde in neuen Livevertonungen:
Noch vor seinem heute berühmteren Film "Panzerkreuzer
Potemkin" drehte Eisenstein dieses großartige agitative
Bildgedicht, seinen vielleicht vollkommensten Film: Einen visuellen
Thriller über Arbeitskampf und Werksspionage im zaristischen
Russland.
Buch: Sergeij M. Eisenstein und Grigorij Aleksandrov
Erstlingsfilm des damals 25jährigen Sergej M. Eisenstein:
Der jahrelang aufgestaute Zorn ausgebeuteter Arbeiter im vorrevolutionären
Rußland entlädt sich in einem Streik, der von berittenem
Militär brutal niedergeschlagen wird. Eisenstein verbindet
die Montagepraxis von D.W. Griffith (INTOLERANCE) mit Anregungen
aus dem Umfeld des sowjetischen Proletkult-Theaters zu einem agitatorischen
Experimentalfilm, der ein Jahr vor "PANZERKREUZER POTEMKIN"
die Möglichkeiten der "Kollisionsmontage" erprobt:
Bilder vom Massaker an den Streikenden werden mit dokumentarischen
Aufnahmen aus einem Schlachthaus konfrontiert. (Lexikon des Internationalen
Films)
Für Eisenstein hat das Kino ungehinderten Zugang zu den Emotionen
der Menschen. Mehr noch, die optimale Montage formt es zur ultimativen
Waffe. Als die sowjetische Filmindustrie 1924 aufblüht, bekommt
Eisenstein Gelegenheit zu Filmarbeiten. Sein erster langer Film
ist ein geniales Experiment und ein Lehrstück über die
Funktionsweise des Streiks. Die Botschaft: Ein Streik hat nur dann
Aussicht auf Erfolg, wenn er politisch organisiert ist. Eisensteins
Proletkult-Theatertruppe bricht mit STREIK die Tradition, sie filmt
realistisch und exzentrisch, arbeitet mit Massenszenen und Stereotypen.
Der kompromisslose Film erschüttert die Kunstdebatte der Gegenwart
nachhaltig und ebnet Eisenstein den Weg zum Erfolg. (stummfilmkonzerte.de)
Im vorrevolutionären Russland führt der Selbstmord eines
Arbeiters zum Streik der unzufriedenen Belegschaft einer Fabrik.
Obwohl die Anstifter durch Spitzel bald entdeckt werden, kommt es
zu einem Militäreinsatz. Als dabei eine junge Mutter verletzt
wird, bringt das die Aufständischen noch mehr in Rage. Ein
wildes Gemetzel folgt, doch das Blut der Arbeiter soll nicht umsonst
geflossen sein.
Bereits in seinem bildgewaltigen Erstlingswerk demonstriert der
große Regisseur Sergej M. Eisenstein eindrucksvoll die Möglichkeiten
agitatorischer Erzähl- und Montagetechnik und seine expressionistische
Vorliebe für Metaphern und Analogien. Eisenstein verzichtete
auf individuelle Helden und stellte das Kollektiv in den Mittelpunkt.
Dennoch war seine rasante und symbolträchtige Inszenierung
zumal in den Aktionen der Spitzel auch von tragikomischem "bürgerlichem"
Slapstick-Humor geprägt. Schon während der Dreharbeiten
führte dies im Ensemble des "Proletkult-Theaters"
zum Zerwürfnis. Eisensteins Theorien wurden bereits in den
dreißiger Jahren als "formalistisch" verfemt.
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