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SERAPHINE Martin Provost

Programm vom 18.02. - 24.02.2010
Do. - So. 19.15 Uhr
Mo. 16.45 Uhr
Di. 17.00, 19.15 Uhr
Mi. 17.45 Uhr

Woche vom 25.02. - 03.03.2010
Do. - Di. 17.15 Uhr
Mi. 19.15 Uhr

Woche vom 04.03. - 10.03.2010
Mo. - Mi. 18.45 Uhr

FSK ab 6

Mit sieben Césars als bester französischer Film des letzten Jahres ausgezeichnet, erzählt Martin Provost von der Außenseiterin Séraphine Louis und der Entdeckung ihrer expressiven Gemälde. (EPD-Film)
Die Biographie der Malerin Séraphine de Senlis ist ein Meisterstück erzählerischen Taktgefühls, das für die rohe Schönheit ihrer expressiven Gemälde ebenso sensibel ist wie für die Unergründlichkeit ihrer Inspiration. Yolande Moreau brilliert in der Titelrolle. (TIP-Magazin)
"Regisseur Provosts Werk wird in seinen besten Momenten selbst zum kunstvollen Gemälde". (Filmreporter.de)
"Séraphine Louis, genannt Séraphine de Senlis (1864 bis 1942), war keine Künstlerin wie andere.
Die Waschfrau und Dienstmagd war Autodidaktin, kannte sich in der Kunstgeschichte nicht im Mindesten aus, sondern schöpfte alles aus ihrem Inneren. Yolande Moreau leiht ihr ihre robuste Gestalt, die der alltäglichen Mühsal trotzt, um in nächtlicher Ekstase Bilder von roher, leuchtender Schönheit zu schaffen. Ihr Werdegang ist ein wehmütiger Triumph über Vorhersehbarkeit und Konventionen. Zwei Jahre vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs entdeckt der deutsche Kunstkritiker und visionäre Sammler Wilhelm Uhde (Ulrich Tukur) das Talent seiner Zugehfrau. Über die wechselvollen Zeitläufe hinweg bleibt er ihr Mäzen und Förderer.
Provosts Film konzentriert sich auf das vieldeutige Verhältnis zweier Außenseiter (Uhde ist homosexuell), in dem provinzielle Enge und urbane Modernität eine fürsorgliche Allianz eingehen. Ein Meisterstück erzählerischer Distanz, dem zahlreiche Abblenden einen Rhythmus taktvoller Diskretion verleihen: Nie behauptet der Film, das Rätsel ihrer Inspiration enthüllen zu können. Mit zärtlicher Anteilnahme begleitet er Séraphine auf ihrem Weg in den Wahn. Sie bleibt ihm unergründlich; was auch eine Frage des Respekts ist.
(Gerhard Midding, TIP)
Biografischer Spielfilm über die französische Malerin Séraphine Louis (1864-1942), eine bedeutende Vertreterin der "Naiven Malerei". Der bewegende, mit sieben "Cesars" ausgezeichnete Film skizziert das tragische Schicksal der aus einfachen Verhältnissen stammenden Künstlerin, deren Talent erst 1912 von einem Kunstsammler entdeckt und gefördert wurde. Bestechend fotografiert und brillant gespielt, rollt der Film das Anmaßende des zeitgenössischen Denkens auf und unterzieht die historische Idee einer "unverfälschten Ursprünglichkeit" einer grundlegenden Revision. - Sehenswert. (filmdienst)
Der Film führt in die Zeit zurück, in der die Klassengesellschaft im malerischen Gemäuer der französischen Kleinstadt Senlis ihr unumschränktes Regiment führte. Allenfalls als Köchin, Putzfrau und Wäscherin fand eine alleinstehende Frau und Tochter einer ledigen Mutter vor dem Ersten Weltkrieg ein ärmliches Auskommen. Kunst traute man solch einer Außenseiterin schon gar nicht zu. Kunst, zumal in Gestalt moderner Formensprachen, war die Sache mondäner Pariser Gäste, unbegreiflich. Derart eng scheint die Welt der Séraphine Louis (Yolande Moreau) gewesen zu sein, dass ihr posthum erreichter Ruhm in der Kunstgeschichte mit dem Namen des Ortes verbunden blieb, aus dem sie nie ausbrechen konnte. Martin Provost hätte den Kosmos der Séraphine de Senlis als bourgeoises Tableau ausmalen können, doch sein Porträt der talentierten verkannten Außenseiterin bezieht seine besondere Intensität aus der Konzentration auf seine Hauptfigur und deren exzentrische Einsamkeit inmitten der Frauengesellschaft ihrer Kleinstadt. (EPD Film)
Der hierzulande unbekannte Provost hat mit seinem dritten Spielfilm ein Kammerspiel inszeniert, das die Wucht eines großen Dramas hat. Ruhig fließt die Erzählung. Lange Einstellungen, genau komponierte Bilder voller Sinnlichkeit, sorgfältig bis ins letzte Detail die Ausstattung, die Kostüme und zart akzentuierend, manchmal fast betörend schwebende Musik. In den Saitenklängen vibriert das Sehnen zweier Außenseiter, die - trotz Verschiedenheit des sozialen Rangs - einander ebenbürtig sind: in ihrer Einsamkeit. Ein Kammerspiel der Seelen. Ein Fest der Poesie. Eine Parabel auf die Gnade und den Fluch, ein Künstler zu sein. (Neues Deutschland)