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D: Robert Gwisdek, Anna Brüggemann, Jacob Matschenz, Franziska
Weisz, Michael Sens, Leslie Malton, Jörg Bundschuh, Sven Taddicken
DEU 2009, 116 Min, FSK ab 12
29.7. - 2.8. (Do - Mo)
17.45, 21.15 Uhr
3.8. (Di) 17.45 Uhr
4.8. (Mi) 17.45, 21.15 Uhr
5. - 11.8.
(Do - Mi) 20.30 Uhr
12.
- 17.8. (Do - Di) 18.30 Uhr
19.8.
(Do) 17.00, 19.00 Uhr
21.8. (Sa) 17.00 Uhr
22. - 25.8. (So - Mi) 17.00, 19.00 Uhr
26.8. (Do) 20.00 Uhr
29.8. - 1.9. (So - Mi) 20.00 Uhr
31.8. (Di) auch 17.30 Uhr
Ben (Robert Gwisdek) ist jung, intelligent und witzig. Ben ist verzweifelt.
Ben sitzt im Rollstuhl. Die Liebe kommt für ihn nicht in Frage,
das erklärt er zumindest seinem neuen Zivi Christian. Christian
(Jacob Matschenz) nimmt das Leben leicht: Er wird ein halbes Jahr
bei Ben bleiben und dann seiner Wege gehen. Annika (Anna Brüggemann)
studiert Cello, doch das Musikstudium und der gnadenlose Zwang zu
Perfektion lasten schwer auf ihr. Die drei werden Freunde. Zu dritt
erschaffen sie sich eine eigene Welt aus Sehnsucht und Phantasie.
Dann verlieben sie sich, denn natürlich wollen beide Jungs
mehr von Annika als nur Freundschaft. Annika kann sich nicht entscheiden:
sie mag Christian und seine Verspieltheit, aber die stärkere
Verbindung hat sie eigentlich zu Ben. Was für alle drei wie
ein Spiel beginnt, wird für Ben eine Reise zu seinen größten
Ängsten, in Abgründe, aus denen er allein nicht mehr herausfinden
wird.
Wenn das einzige Exemplar einer gerade fertigen Magisterarbeit
aus dem Fenster fliegt, dann ist das normalerweise eine Katastrophe.
Nicht so in RENN, WENN DU KANNST, einem heiteren Debütfilm
über ein ernstes Thema. Hier verbreiten die flatternden Blätter
eine zauberhafte Stimmung, ähnlich wie der erste Schnee in
einer romantischen Winternacht.
Aber nicht das Studium oder sein gefährdeter Abschluss ist
das Thema (
) Ben hat nämlich ganz andere Probleme als
die mit der Uni. Er sitzt seit einem Unfall vor sieben Jahren im
Rollstuhl. Dieser Schicksalsschlag hat aus dem jungen Mann einen
zynischen Tyrannen gemacht. Ben nimmt nichts und niemanden ernst.
Ständig schikaniert er seinen Zivi und gibt sarkastische Kommentare
von sich, bei denen man nie weiß, ob sie nun ernst gemeint
sind oder nicht. Obwohl der Student im Rollstuhl bei den einfachsten
körperlichen Bedürfnissen auf Hilfe angewiesen ist, tut
er so, als brauche er niemanden. Seine Sehnsucht verrät er
nur, indem er seit zwei Jahren jeden Tag die schöne Annika
(Anna Brüggemann) durchs Fernrohr betrachtet.
Die Geschichte könnte also ein Sozialdrama über Behinderte
und ihre Probleme sein. Ist sie aber nicht, zumindest nicht nur.
Regisseur Dietrich Brüggemann (Bruder von Anna Brüggemann,
die auch am Drehbuch mitschrieb) schlägt in seinem ersten abendfüllenden
Spielfilm einen wunderbar respektlosen, komödiantischen Ton
an. Hier geht es nicht in erster Linie um Mitleid. Ganz im Gegenteil.
Rollstuhlfahrer Ben ist mit seinen teils menschenverachtenden Sprüchen
zunächst alles andere als ein Sympathieträger. Dass hinter
der aggressiven Schale aber ein interessanter Kern steckt, wird
spätestens klar, als Annika Bens Zivi Christian (Jacob Matschenz)
kennen lernt. Und über Christian natürlich auch Ben selbst,
für den sie bald ebenso zärtliche Gefühle entwickelt
wie für dessen Zivi.
Zu den schönsten Szenen des Films gehören diejenigen,
die die Dreieckgeschichte in der Schwebe halten. Gemeinsam geht
das Trio auf Achse, spinnt verrückte Geschichten aus und kutschiert
in einem imposanten Amischlitten durch die Gegend, der fast so etwas
wie eine weitere Hauptrolle übernimmt. Der Wagen wurde behindertengerecht
umgebaut und verleiht Ben eine Bewegungsfreiheit, die ihn sein Rollstuhldasein
für kurze Momente vergessen lässt. Alles scheint möglich
in diesem komödiantisch unterfütterten Drama, nicht nur
für Ben, sondern auch für Annika und Christian, deren
Leben ebenfalls in der Sackgasse steckt. (
)Mitleid ist in
diesem Film nicht angebracht. Denn er erzählt wie selbstverständlich
von der Utopie, auch als Behinderter ein ganz normaler Mensch sein
zu dürfen. (kino-zeit.de)
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