26.-30.10
(Do.-Mo.) 21.30 Uhr 31.10. (Di.) 17.30 Uhr 1.11. (Mi.) 17.30 Uhr
Am
Fr. 27.10. wird FDP-Bundestagsabgeordneter Herr Dr. Karl Addicks vor dem
Film eine kurze Einführung in die Problematik "Naher Osten" geben.
Israelische
Soldaten dringen in das Haus einer palästinensischen Familie ein, das an
einer strategisch wichtigen Stelle liegt, und erklären es zum Sperrgebiet.
Als sich die Bewohner weigern, das Anwesen zu verlassen, wird ihr Bleiben unter
strengen Auflagen geduldet. Einer wahren Begebenheit verpflichtet, ist der Film
eher eine cineastische Versuchsanordnung, die mögliche Strategien im Umgang
mit der allgegenwärtigen Gewalt durchbuchstabiert. Ein mutiger Debütfilm,
der seinen allegorischen Charakter zwar nicht immer abstreift, aber mit Witz und
Köpfchen für einen friedfertigeren Umgang miteinander plädiert.
(Filmdienst) Mohammed B. lebt mit seiner fünfköpfigen Familie im
Niemandsland zwischen einem palästinensischen Dorf und einem israelischen
Militärstützpunkt. Die israelische Armee beschließt, diesen strategisch
wichtigen Ort einzunehmen. Da Mohammed sich jedoch weigert, sein Haus zu verlassen,
nimmt man eine beinah undenkbare Zonen-Aufteilung vor: Der obere Stock wird zum
Militärlager, den unteren Stock bewohnt die Familie, die weiterhin ihren
alltäglichen Verpflichtungen nachgehen darf, die Nacht aber im Aufenthaltsraum
eingesperrt verbringen muss. Die einzelnen Familienmitglieder reagieren unterschiedlich
auf die Anwesenheit der Besetzer. Während Pazifist Mohammed etwa durch reine
Anwesenheit passiven Widerstand leisten will, ist die älteste Tochter Mariam
nicht bereit, sich an das Arrangement zu halten. Die permanente Auseinandersetzung
mit den Eindringlingen erweist sich für die Familie als harte Prüfung.
(Ventura) Wie man es dreht und wendet, sagt der Film, der alle Seiten berücksichtigt
und mehr als fair, nämlich universell gedacht ist, Gewalt erzeugt Gewalt.
Nur nicht, wenn man begreift, dass man zusammen leben muss. Die Familie, die das
Vorbild für die bedrückend echt agierende Filmfamilie abgibt, verteidigt
seit 1992 das Wohnzimmer ihres okkupierten Hauses. Keine der beiden Parteien,
so Costanzo, verlässt das Haus freiwillig: "Die Israelis können
die Familie nicht zwingen, da ihnen keine terroristischen Verstrickungen vorgeworfen
werden. Das Erstaunliche aber ist, dass man im besetzten Haus keinerlei Hass oder
Wut spüren kann, weder von der einen noch von der anderen Seite." (Frankfurter
Rundschau) FSK ab 12 |