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PIPPA LEE Rebecca Miller

D: Robin Wright Penn, Keanu Reeves, Alan Arkin, Blake Lively, Winona Ryder, Julianne Moore, Monica Bellucci, Maria Bello
USA 2009, 93 Min
FSK ab

29.7. - 2.8. (Do - Mo) 19.00 Uhr
3.8. (Di) 18.00 Uhr
4.8. (Mi) 19.00 Uhr
5. - 11.8. (Do - Mi) 19.00 Uhr
12. - 14.8. (Do - Sa) 18.00 Uhr
15. + 16. + 18.8. (So + Mo + Mi) 19.00 Uhr
19. - 25. 8. (Do - Mi) 19.30 Uhr

Pippa Lee ist perfekt. Das zumindest glauben ihr Mann Herb und viele gemeinsame Freunde, die ihre unerschütterliche Gelassenheit im Familienalltag bewundern. Doch die sanftmütige zweifache Mutter verbirgt eine wilde, problematische Vergangenheit und Unzufriedenheit über ein Leben, das mit einem 30 Jahre älteren Mann in völliger Selbstaufgabe zu enden droht. Als Pippa Chris kennen lernt, dessen Leben wie das ihre in einer Sackgasse steckt, beginnt sie über Veränderung nachzudenken und findet sich dabei selbst.

Oberflächlich betrachtet führt Pippa Lee (Robin Wright) das perfekte Leben. Als leuchtendes Beispiel weiblichen Gleichmuts steht sie ihrem 30 Jahre älteren Ehemann, dem erfolgreichen Verleger Herb Lee (Alan Arkin), zur Seite, ist stolze Mutter zweier Kinder und ihren Wegbegleitern eine treue Freundin und Vertraute. Doch als sie mit Herb in ein schickes Rentner-Resort in Connecticut umzieht, entwickelt Pippa eine kuriose Schlafstörung - und die idyllische Fassade, die sie im Laufe ihrer Ehe für sich und ihr Leben aufgebaut hat, wird auf eine harte Probe gestellt.
Tatsächlich nämlich kann die ebenso elegante wie beherrschte Familienmutter auf eine mehr als bewegte Vergangenheit zurückblicken, zu der Eskapaden der erotischen Art (Julianne Moore in einem Kurzauftritt als Domina) genauso gehören wie eine unkonventionelle Mutter (Maria Bello), die ihr Hausfrauendasein mit Pillen verschönt, und der theatralisch inszenierte Selbstmord einer exzentrischen Rivalin (Monica Bellucci). Unterstützt von Chris (Keanu Reeves), einem neuen attraktiven Bekannten aus der Nachbarschaft, muss sie sich diesen turbulenten Erinnerungen ebenso stellen wie den lange unterdrückten Bedürfnissen ihres heutigen Alltags - für Pippa eine bittersüße Suche nach ihrem wahren Selbst. (Senator Film)
Die leicht skurrile, witzige und doch sehr warmherzige Emanzipation der Vorzeigefrau Pippa Lee zum selbständigen Menschen begeistert auf den ersten Blick mit ungewöhnlich vielen exzellenten Schauspielern. Es ist ein Genuss, all diese hervorragenden Leute spielen zu sehen. Vor allem Robin Wright Penn, durchaus mit starken Rollen vertraut, zeigt vom ersten Moment an eine schillernde Verlorenheit. Je mehr man sich auf die ebenso scharf wie spöttisch beobachteten Feinheiten des Buches von Regisseurin Rebecca Miller (nach ihrem eigenen Roman) einlässt, desto mehr gewinnt der Film. Die vielfältig talentierte Künstlerin, Tochter des 2005 verstorbenen Arthur Miller, zeigt sich bei ihrer vierten Regie-Arbeit nicht nur in der Figurenzeichnung des vielfältigen Beziehungsgeflechts als sehr sicher, sie verbindet auch die Ebenen des Films mit sehr eleganten Überblendungen. Ohne übertriebene Sentimentalitäten kann sich "PIPPA LEE" ganz auf die Kraft und Lebendigkeit der eigenen Figuren verlassen. Es sind die feinen Zeichnungen und Töne von Sarkasmus und Bitterkeit, die "The Private Lives Of Pippa Lee" besonders machen. So erweist sich die später Selbstfindungs-Geschichte auch über ein Jahr nach der Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2009 (außer Konkurrenz) als reichhaltiges Star-Paket mit nachhaltigem Mehrwert nicht nur für ein weibliches oder älteres Publikum.
(programmkino.de)