Home
 
  Übersicht nach Filmen
  Aktuelle Infos
  Filmscene
  VHS
  Förderverein Filmhaus
 Programm Vorschau
  Max Ophüls Preis
  Wolfgang Staudte
Preis
  Franz Hofer Preis
  Filmhaus Award
 Kinosommer
 Angebot Filmplakate
 Eintrittspreise
 Internet-Bon
 Anfahrt
 Kontakt
 Links
Kunst & Kino
NIKI DE SAINT PHALLE: WER IST DAS MONSTER - DU ODER ICH?
Peter Schamoni

Mit Niki de Saint Phalle, Jean Tinguely, Bernhard Luginbühl
DEU 1995, 95 Min, FSK ab 0

6.7. (Di) 20.00 Uhr

Das beeindruckend komponierte Porträt der französischen Skulptur-Künstlerin Niki de Saint Phalle und ihres künstlerischen Weg- und Lebensgefährten Jean Tinguely. Schamoni montiert zu Klängen klassischer, avantgardistischer und jazziger Rhythmen Archivmaterial und selbst gedrehte Aufnahmen und läßt ohne erklärenden Kommentar seine Protagonisten reden und die Bilder erzählen. Auf geradezu sinnliche Weise macht der Film Lust auf Reisen zu den Schauplätzen der fantasievoll-poetischen Kunstobjekte und zeigt gleichzeitig, wie man sich durch Intoleranz gegenüber neuen und provokativen Kunstformen eines solchen Vergnügens selbst berauben kann.

"Les Nanas au pouvoir!" (Alle Macht den Nanas) hatte Niki de Saint Phalle schon im Jahr vor den Studentenunruhen 1968 für ihre üppigen, mit knalligen Popfarben bemalten und grellbetonten Geschlechtsmerkmalen versehenen Frauenpuppen gefordert, deren fröhliche, unbekümmerte Gefühlsbetontheit von ihrem Bekenntnis zum Frausein, dem weiblichen Prinzip als Leben gebende und erhaltende Kraft, zeugen.
Ihre Maxime, die Kunst farbiger und abwechslungsreicher, das Leben heiterer zu gestalten, hat die 1930 in Neuilly-sur-Seine geborene und in New York aufgewachsene Künstlerin jung erhalten. Wenn die Kamera nicht gerade die welke Haut ihrer Hände streift, meint man immer noch, jenes junge Mädchen zu sehen, das nach seiner Rückkehr nach Frankreich 1950 begann, als eine der ersten Frauen in die Männerdomäne "Kunst" einzudringen. Als einziges weibliches Mitglied der kontroversen Gruppe "Nouveau Realisme" um Yves Klein, Daniel Spoerri und Christo wurde sie zu einer "Terroristin der Kunst", die mit ihren "Schießbildern" einen (Kunst)Krieg ohne Opfer entfachte: Mit einem Karabiner schoß sie auf unter einem Gipsrelief alltäglicher Objekte versteckten Farbbeutel, dessen Inhalt sich dann über die Bildoberfläche ergoß. Bei der Einwicklung dieser TIRS genannten Bilder arbeitete sie erstmals mit dem Schweizer Jean Tinguely ("Ich baue Maschinen, die zu nichts nutze sind") zusammen, mit dem sie dann eine bis zu seinem Tode 1991 dauernde Lebens- und Arbeitsgemeinschaft verband. Diese Künstler-"Ehe" bildet einen der Pfeiler von Peter Schamonis von Hochachtung und Liebe geprägtem Portrait einer außergewöhnlichen Frau und Künstlerin. Den anderen Schwerpunkt setzt Niki de Saint Phalles Arbeit an dem 1978 begonnenen und erst kürzlich vollendeten Skulpturgarten in der Toscana, zu dem sie durch Gaudis Park Güell und die 22 Hauptkarten des Tarotspiels inspiriert wurde. (film-dienst)

Eine Veranstaltung im Rahmen von KunstRaum Saarbrücken und in Zusammenarbeit mit der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz. Vor dem Film gibt Karen Straub, M. A., wissenschaftliche Mitarbeiterin des Saarlandmuseums, eine kurze Einführung.