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DEU/TUR 2009
102 Min, OmU, FSK ab 12
D: Senay Orak, Muhammed Al, Hakan Karsak, Suzan Ilir
24. - 30.6. (Do - Mi) 20.30 Uhr
1. - 7.7. (Do - Mi) 18.30 Uhr
Die zehnjährige Gulistan, ihr kleiner Bruder Firat und ihre
Baby-Schwester müssen im Auto mit ansehen, wie türkische
Paramilitärs ihre Eltern eiskalt erschießen. Ihre politisch
aktive Tante nimmt die drei Kinder auf und will die Flucht nach
Schweden organisieren. Doch sie verschwindet plötzlich. Da
die Kinder die Miete nicht zahlen können, werden sie aus der
Wohnung geschmissen und müssen fortan auf der Straße
ums Überleben kämpfen. Als Gulistan zufällig den
Mörder ihrer Eltern wiedersieht, sinnt sie auf Rache.
In seinem eindrucksvollen Regiedebüt gelingt dem kurdischstämmigen
dffb-Absolventen Miraz Bezar ein kleines Wunder. Trotz politischem
Anliegen verzichtet er auf dogmatisches Botschaftskino, setzt auf
das subjektive Erleben der Kinder (alles Laiendarsteller) und verstärkt
dadurch subtil das Empfinden der Folgen staatlichen Terrors. Gut
gezeichnet ist die Figur des Mitglieds der türkischen Geheimpolizei,
ein Folterer und Killer und gleichzeitig fürsorglicher Familienvater.
Schon allein die intelligente Schnitttechnik entlarvt die moralische
Ambivalenz dieses Mannes. Abenteuerlich ist die Entstehungsgeschichte
dieses von der Filmförderung abgelehnten Juwel: Bezar zog nach
Diyarbakir und recherchierte vor Ort, die Mutter verkaufte ihr Häuschen,
der Onkel zahlte die Hotelrechnungen und Fatih Akins corazòn
international unterstützte die Fertigstellung. (kino.de)
Dieser Film ist ein Politikum: Als erster kurdischsprachiger Film
wurde er zum Filmfestival im türkischen Antalya eingeladen.
Die Jury verlieh ihm den Spezialpreis. Vielleicht auch deswegen,
weil das Langfilmdebüt von Miraz Bezar, nicht nur durch seine
Botschaft, sondern vor allem durch seine eindringliche Machart berührt.
(
) Regisseur Miraz Bezar vertraut ganz auf die erschütternde
Tragik dieser Geschichte. Er erzählt sie erstaunlich leise,
scheinbar ohne Wut und Empörung, lässt einfach die Fakten
sprechen, die er in Diyarbakir recherchiert hat. Alle Elemente des
von Fatih Akin koproduzierten Films basieren auf wahren Begebenheiten,
auch wenn sie letztlich zu einer fiktiven Geschichte verknüpft
wurden. Und weil das an sich schon drastisch genug ist, belässt
es der Regisseur in den tragischsten Szenen bei Andeutungen, die
umso tiefer unter die Haut gehen - ganz ähnlich den Sozialdramen
der Brüder Dardenne. (kino-zeit.de)
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