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Werkschau Brillante Mendoza
KINATAY


D: Mercedes Cabral, Julio Diaz, Jhong Hilario, Maria Isabel Lopez), Coco Martin, Lauren Novero, John Regala
PHL 2009, 105 Min, OmU


22. - 28.7. (Do - Mi) 20.00 Uhr

Ein Polizei-Anwärter erlebt einen der schrecklichsten Tage seines Lebens und die Zuschauer müssen mit ihm Höllenqualen aushalten. Der Filmemacher von den Philippinen bringt die ganze Sinnlosigkeit eines brutalen Verbrechens auf die Leinwand.

KINATAY war beim letzten [2009] Festival in Cannes aufgrund der Darstellung von Gewalt einer der umstrittensten und kontrovers diskutierten Filme. Der 20-jährige Polizeischüler Peping (Coco Martin in seiner fünften Zusammenarbeit mit Brillante Mendoza) verdingt sich nebenbei als Geldeintreiber, um seine junge Familie zu ernähren. Als er eines Tages zu einem Spezialauftrag mitgenommen wird, verändern sich die sorglose Stimmungslage und das helle Tageslicht des Films schlagartig. Die Reise führt nun in die Nacht und in die Abgründe der philippinischen Gesellschaft, in der Korruption und Gewalt herrschen. Für Peping bedeutet die unvorstellbare Grausamkeit den Verlust seiner Unschuld. (Arsenal Kino Berlin)
Der Filmemacher Brillante Mendoza kommt von den Philippinen und erzählt mit KINATAY die Geschichte eines angehender Polizisten. Eigentlich ist das ein ganz besonderer Tag für Peping, denn er heiratet heute und feiert dies mit seiner Familie. Aber da der 20-Jährige auch noch nebenbei gelegentlich als Geldeintreiber für ein lokales Syndikat arbeitet, steigt er Abends in den Bus des Bosses ein. Dann erlebt er etwas, was er noch nie erlebt hat. Die Männer im Bus nehmen eine Prostituierte auf, vergewaltigen sie, misshandeln, töten sie, zerhacken sie. Das alles sieht der Zuschauer fast in Realzeit.
Die Brutalität des Films wird vielerorten kritisiert, als Qual beschrieben, aber der Filmemacher verdiene eben auch Respekt, weil er die ganze Sinnlosigkeit des Verbrechens auf die Leinwand bringt. Vom blutigen Sinn des Titels "KINATAY", "Schlachten", hat Josef Lederle im Merkur zunächst wenig gespürt, aber dann kommt der Film richtig in Fahrt. "Er handelt vom Leben in Manila, vom Katholizismus der Gesellschaft, von der Korruption der Polizei, dem schmalen Grat zwischen Rechtschaffenheit und Prosperität, und von der Zwangsläufigkeit eines Nihilismus, der sich hinter Hierarchien und Gefolgschaften tarnt. In den Wettbewerb von Cannes gehört ein solcher Film, weil er das Töten wie selten im Kino einerseits aufs (schwer erträgliche) Handwerk des Schlachten "reduziert", andererseits aber durch eine geniale Dramaturgie des Nichtwissens bzw. Nichtwissenwollens zur (kaum aushaltbaren) Höllenqual macht." (moviepilot.de)