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Werkschau Alain Resnais
HIROSHIMA MON AMOUR


FRA/JAP 1959
89 Min, FSK ab 16
B: Marguerite Duras, K: Sacha Vierny, D: Emmanuelle Riva, Eiji Oada, Stella Dassas, Bernard Fresson

26. + 27.6. (Sa + So) 17.30 Uhr

Eine französische Schauspielerin hat in Hiroshima Szenen für einen Antikriegsfilm gedreht. Kurz vor ihrer Abreise verliebt sie sich in einen japanischen Architekten. Beide wissen, dass ihre Liebe eine Episode bleiben wird, aber er bedrängt sie, wenigstens noch kurze Zeit zu bleiben. Dies erinnert sie an ihre erste Liebe, einen deutschen Besatzungssoldaten. Am Tag der Befreiung wurde dieser vor ihren Augen erschossen, sie selbst zum Zeichen der Schande kahlgeschoren. Ihre Eltern versteckten sie aus Scham im Keller und schickten sie dann heimlich nach Paris. Mit dieser Erinnerung nimmt die Schauspielerin Abschied von ihrem Liebhaber: "Ich werde dich vergessen, ich vergesse dich bereits."
HIROSHIMA MON AMOUR war 1959 einer der wichtigsten Filme des neuen französischen Kinos. Mit Poesie und wunderschönen Bildern vermischt Alain Resnais' Film Vergangenheit und Gegenwart, in einer Fülle von Erinnerungen, die jedoch schon verblassen. (Arte)

Die kunstvollen Rückblenden lassen die Erinnerung nicht als Rückkehr in die Vergangenheit erscheinen, sondern als lebendigen Bestandteil der Gegenwart. So stellt Resnais mit seinem Debüt die lineare Zeitstruktur in Frage und greift Tendenzen der französischen Literaturavantgarde auf, die die traditionelle realistische Erzählweise konsequent ablehnt.
"Der Film wurde von den Japanern vorgeschlagen. Alles, was sie näher festlegten, war, dass eine Episode in Frankreich und eine in Japan spielen sollte. (...) Ich hatte neun Wochen Zeit, um das Manuskript zu schreiben. Alles, was Resnais sagte, war: 'Schreibe Literatur; schreibe, als ob du einen Roman schriebest. Kümmere dich nicht um mich. Vergiss die Kamera.' Seine Idee war, mein Szenario zu filmen, wie ein Komponist ein Stück in Musik setzt...." (Marguerite Duras)