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D.: Günter Wallraff, Teil-Dokumentation; K.: Frederik Walker,
Ralf M. Medle
18. + 19.03. (Do. + Fr.) 19.30 Uhr
24.03. (Mi.) 19.30 Uhr
FSK ab 12
Ausgerüstet mit Mikrofonen und einer Minikamera will der verkleidete
Günther Wallraff auf den alltäglichen Rassismus aufmerksam
machen, In Köln scheitert er beim Versuch, eine Wohnung anzumieten,
in Cottbus wird er von Fußballfans angepöbelt. Er ist
unerwünscht auf dem Campingplatz und in einer Wandergruppe
und muss sich dabei Sprüche wie "Afrika für Affen,
Europa für Weiße" anhören.
Wallraff schlüpft für seine Filme in Rollen, schleust
sich in Betriebe und Organisationen und fördert dabei manches
Schreckliches über die deutsche Gesellschaft zu Tage. Diesmal
gelang es ihm, als Schwarzer mit versteckter Kamera unentdeckt zu
bleiben. In alltäglichen Begegnungen zeigt sich der allgemeine
Rassismus, aber auch die Toleranz dort, wo man sie nicht vermuten
würde.
Deutschlands berühmtester Undercover-Journalist reist als schwarzer
Migrant durch die Republik und macht nicht die besten Erfahrungen.
Günter Wallraff Recherche-Methoden sind berüchtigt, unter
dem Pseudonym Hans Esser arbeitete er 1977 in der Lokalredaktion
von BILD in Hannover und veröffentlichte seine Erfahrungen
in dem Buch "Der Aufmacher" und in der Doku "Der
Mann, der Heinz Esser war", als türkischer Gastarbeiter
war er in Buch und Film "Ganz unten", seine Ermittlungen
im, Milieu von Call-Centern, Großbäckereien, der Deutschen
Bahn und unter Obdachlosen wurden in der ZEIT veröffentlicht.
Diesmal zieht er als Schwarzer Kwami Ogonno los, mit versteckten
Kameras im Hemdknopf, in der Sonnenbrille, im Tragebeutel (was im
wahrsten Sinne des Wortes zu Schwindel erregenden Bildern führt).
Mit Perücke und entsprechendem Make-Up lernt er schnell, was
es heißt, die falsche Hautfarbe zu haben. Der sah aus wie
"der Heidi Klum ihrer" erzählt die Vermieterin erschrocken,
als er sich die Wohnung angeguckt hat. Der schwarze Mann im auffallend
gemusterten Hemd trifft zumeist auf "bildungsferne Schichten",
muss sich mit den Vorurteilen von national gesinnten Fußballfans,
spießigen Kleingärtnern, wandernden Rentnern oder Dauercampern
auseinandersetzen. Manchmal wird ihm direkt bedeutet, er sei unerwünscht,
manchmal durch die Blume. "Jede Gesellschaft lässt sich
daran messen, wie sie auf Fremde reagiert" sagt Wallraff vor
der Begegnung mit dem alltäglichen Rassismus und endet nach
einem Jahr mit der Feststellung "Man wird fast ausschließlich
über seine Hautfarbe definiert". Resultat seiner Reise:
Das Fremde verstört, macht Angst, weckt Aggression. Mit dem
Argument, "die Mentalität" sei eben eine andere,
wird munter ausgegrenzt und sei es durch horrende Summen für
Aufnahme- und Jahresbeitrag bei einem Schäferhundeverein. Ganz
rigoros verhält sich ein Beamter in Bayern. "Kwami"
erkundigt sich mit einem Schwarzen deutscher Staatsbürgerschaft
nach der Ausstellung eines Jagdscheins. Die beiden stehen sofort
unter Generalverdacht, der Staatsdiener will gar die Polizei holen.
"Afrika den Affen, Europa für Weiße!", der
Türsteher einer Rosenheimer Disco spricht aus, was viele denken,
Unter "Zu Gast bei Freunden" stellt man sich etwas anderes
vor.
"SCHWARZ AUF WEIß" ist eine entlarvende Realsatire,
die Aneinanderreihung von ähnlichen Szenen und die Ausweitung
auf Kinolänge machen aber auch die Redundanzen deutlich. (mk.)
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