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ESP 2008, 96 Min, OmU
FSK noch nicht vorgelegt
D: Eduardo Antuña, Txema Blasco, Celso Bugallo, Beatriz Rico,
Clara Segura
01. - 07.04. (Do - Mi) 17.30 Uhr
Ein beschauliches Tal im nördlichen Spanien wird beherrscht
von einem gigantischen Kraftwerk. Hier lebt Federico, der fest an
das Kyoto-Protokoll glaubt und seit 30 Jahren mit skurrilen Methoden
gegen das Kraftwerk zu Felde zieht. Eine Umweltkomödie über
die Liebe zur Natur und die Unfähigkeit des Menschen, die Macht
des Fortschritts aufzuhalten. Federicos Kirschen ist eine charmante
Geschichte voller Widersprüche, in der es nicht nur eine Wahrheit
gibt.
Ein Kälbchen wird geboren. Wackelig steht es auf den Beinen.
Und schon wird alle Hoffnung in das junge Rind gesetzt: Die Bauern
geben ihm den Namen "Kyoto", um ihrem festen Glauben an
die Schließung des Kohlekraftwerks Ausdruck zu verleihen,
die sie sich von der Unterzeichnung des "Kyoto-Protokolls"
durch die spanische Regierung erhoffen. Seit 30 Jahren kämpft
der Dorfbewohner Federico nun schon gegen die Dreckschleuder, die
das paradiesische Tal bedroht und deren Kamin und Kühlturm
den Blickhorizont beherrscht. Bis es soweit ist, kämpft er
quasi wie ein Don Quichotte gegen Windmühlen. Er hüllt
seine Kirschbäume in Netze, um sie vor der Asche, die vom Himmel
fällt - so der Originaltitel des Films: "Cenizas del cielo"
- und die Pflanzenwelt zu vergiften droht, zu schützen. Empört
präsentiert er einer Politikerin auf ihrem Büroschreibtisch
seine Tomaten und Kartoffeln, beschwert sich, dass das Kohlekraftwerk
nicht auf einer Liste der zu schließenden Fabriken zu finden
ist und sagt, er gehe nicht eher weg, bevor etwas passiert
Durch eine Panne an seinem Wohnmobil bleibt der schottische Reisejournalist
Ferguson, dessen Frau und Kinder in Alicante leben, für einige
Zeit im Tal hängen. Er wird zum Zeugen des Kampfes der Dorfbewohner
gegen die Anlage, erliegt ihrem gastfreundlichen Charme - und besonders
den strahlenden Augen der schönen Cristina, die ihm beibringt,
wie man den Cidre hier richtig "dekantiert" und trinkt.
Aber ihm bleibt auch nicht verborgen, dass die Menschen, deren Existenz
vom Kraftwerk abhängt, bei einer Schließung um ihren
Arbeitsplatz bangen.
Eine liebevoll inszenierte Komödie, die keine einfachen Wahrheiten
verkündet, von kleinen Erfolgen und Niederlagen erzählt
und ihre Geschichte mit einer Dosis sarkastischen Humors zu würzen
versteht, wie wir ihn sonst nur aus dem sozialrealistischen britischen
Kino kennen. (Internationales Filmfestival Mannheim-Heidelberg 2008)
"CENIZAS DEL CIELO" von José Antonio Quirós
[ist] ein Erstlingsfilm eines Filmschulabsolventen - und der erste
spanische Spielfilm über ein Umweltthema überhaupt. Gedreht
worden ist er im Valle Negron, einem Tal in den Bergen Asturiens
an der Nordküste Spaniens, dominiert von einem gigantischen
Heizkraftwerk, aus dessen Schornstein Asche niedergeht. Ausgerechnet
hier hat Pol Ferguson, Verfasser von Touristenführern, eine
Autopanne. Er lernt Federico kennen, einen 70-jährigen Bauern,
der seine Kirschbäume vor der Asche zu schützen versucht
- und ein ganz anderes Verständnis von Ökologie hat als
das großstädtische Bio-Konsum-Gehabe. Wie alle Filme
von Jose Antonio Quiros läuft "CENIZAS DEL CIELO"
in Originalversion mit Untertiteln: Viele im Tal sprechen ein hybrides
Asturianisch, das sich vom Hochkastilisch deutlich unterscheidet.(die
taz)
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