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DEU 2009, 86 Min, DF
FSK ab 18
Marina Anna Eich, Antje Mönning, Mira Gittner, Maren Scholz,
Martin Kagerer
26.04. (Mo) 19.30 Uhr (Premiere
mit Regisseur Roland Reber und Darstellerinnen)
29. + 30.04. (Do + Fr) 21.00 Uhr
01. - 05.05. (Sa - Mi) 21.00 Uhr
Michaela (Mira Gittner), Gabriela (Marina Anna Eich) und Lucy (Antje
Nikola Mönning) sind Engel des Lasters. Auf ihren Motorrädern
durchstreifen sie die Lande, um ihre Lust zu leben. Sie könnten
viel sehen, aber sie sehen nur sich. Sie nennen sich selbst Engel.
Aber es sind Engel mit schmutzigen Flügeln. Um ganz ins Exil-Paradies
der Engel aufgenommen zu werden, muss Lucy erst noch vor sich und
den anderen bestehen.
"Moral ist für mich nur ein Druckmittel der Gesellschaft
gegen das Individuum. Die ganze Welt folgt den Regeln, die von der
Moral auferlegt sind. Für mich gibt es nichts Langweiligeres
als einen Film, der vorgibt eine moralische Botschaft zu übermitteln.
Aus diesem Grund ist ENGEL MIT SCHMUTZIGEN FLÜGELN entstanden,
ein unmoralisches Werk über drei Engel, die aus Langeweile
den Himmel verlassen. Als sich andere Engel zu Tode langweilten,
haben sie sich geschworen, auf der Erde ihre Lust und ihr Laster
zu leben. Sie sind Engel mit schmutzigen Flügeln." (Regisseur
Roland Reber)
Das Roadmovie im allgemeinen und der Motorradfilm im besonderen
haben durchaus einen Hang zum Philosophischen. On the road stellen
sich die Fragen nach Zielen, nach dem Sinn des Lebens. In Roland
Rebers neuem Film ENGEL MIT SCHMUTZIGEN FLÜGELN gleichen nun
die Motorradfahrten dreier junger Frauen einem Kreisen um sich selbst.
Ziellos rasen sie über einsame Autobahnen, suchend steuern
sie ihre Bikes durch leere postindustrielle Gebäude. Geschwindigkeit
verwandelt sich in einen Zustand des Innehaltens. Wie beinahe immer
bei Reber und seiner bunten, fast ausschließlich weiblichen
Filmemachergruppe ("24/7 THE PASSION OF LIFE) geht es um einen
schonungslosen Trip ins Ich, um eine filmisch-therapeutische tour
de force. Zwei des Motorradbienen-Trios sind nach Erzengeln benannt:
Michaela und Gabriela, gespielt von Rebers bewährten Mitstreiterinnen
Mira Gittner und Marina Anna Eich, sind tatsächlich überirdische
Provokateure. Sie fordern die dritte im Bunde namens Lucy heraus
und unterziehen sie einer emotionalen und erotischen Erziehung.
Diese Lucy legt allmählich alle Hemmungen ab. Blümchensex
und romantische Lügen, den ganzen Zuckerguss des Selbstbetrugs
lässt sie hinter sich für eine befreite Körperlichkeit.
Sie entdeckt gewissermaßen die großartige, energiegeladene
Schlampe in sich. Splitterfasernackt cruist sie auf einem Quad durch
die oberbayerische Landschaft auf der Suche nach Männern, ein
aberwitziges Bild für diese Metamorphose. Der bizarre Wikingerhelm
auf ihrem Haupt kennzeichnet sie als Kriegerin des Eros, als neue,
kreative Barbarin. Verkörpert wird Lucy mit Verve und Wagemut
von Antje Nikola Mönning, dem neuen Starmitglied in der Reber-Truppe.
Die expliziten Sexszenen mit ihr haben bei der Uraufführung
des Films auf den Hofer Filmtagen für Aufsehen gesorgt. Die
Bildzeitung sprach auf der Titelseite gar von einem Skandal: Mönning
hat nämlich in der beliebten TV-Serie "Um Himmels Willen"
ausgerechnet eine Nonne gespielt. Eine "Errettung" geschieht
mit ihr also auch auf zweiter Ebene - sie wird durch Rebers schmutzigen
kleinen Film von den Zwängen des Fernsehens befreit.
(
) Rebers leidenschaftliches Pamphlet gegen jede Heuchelei
mit Ideen, die sicherlich noch aus den siebziger Jahren herüberwehen,
hat doch auch Bestand in unserer prüden, korrekten Zeit, in
der mehr über das Kochen diskutiert wird als über die
Sexualität. Zudem ist Rebers Film auch lustvoll gemacht: mit
komischen Szenen (mit dem Rockerclub "Racing Death Bavaria")
und schönen melancholischen Passagen (über die "Tränen
des Eros"). (Hans Schifferle, Süddeutsche Zeitung)
"Mit das Aufregendste, was das deutsche Kino aktuell zu bieten
hat." (Filmstarts.de)
"Ironischer Essay über feminine Geilheit und Gefühle,
wo auf der Suche nach dem wahren weiblichen Ich experimentell Liebe,
Lust und (Selbst)Lügen demontiert werden." (Blickpunkt:
Film)
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