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EIN SOMMER IN NEW YORK - THE VISITOR Thomas McCarthy

04. - 07.03. (Do. - So.) 17.30, 19.30 Uhr
08.03. (Mo.) 17.30 Uhr
09. + 10.03. (Di. + Mi.) 17.30, 19.30 Uhr

Programmänderung Woche vom 11.03. - 17.03.2010

Do. - Mi. 19.00 Uhr

FSK ab 6

Walter Vale (Richard Jenkins), einst brillanter Wirtschaftsprofessor und seit fünf Jahren Witwer, lässt sich ziellos durch sein inhaltsleeres Leben in einem Vorort in Connecticut treiben. Bis er zu einer Konferenz nach New York geschickt wird, wo er seit dem Tod seiner Frau nicht mehr war, In seinen vier Wänden in Manhattan angekommen, wartet auch schon eine große Überraschung auf ihn. Der eigentlich leerstehende Zweitwohnsitz wird von einem jungen Paar bewohnt, dem Araber Tarek (Haaz Sleiman) und der Senegalesin Zainab (Danai Gurira). Nach einem ersten Schreck auf beiden Seiten stellt sich heraus, dass Walters Wohnung den beiden illegal vermietet wurde. Er entschließt sich, die beiden Fremden bei sich wohnen zulassen, bis sie etwas Neues gefunden haben. Gerade als er sich mit seinen Mitbewohnern nicht nur arrangiert, sondern auch angefreundet hat, wird Tarek in der U-Bahn verhaftet und als illegaler Ausländer in Abschiebehaft genommen. Als auch noch Tareks Mutter Mouna (Hiam Abbass) auftaucht, ist Walter klar, dass er seinen neuen Freunden helfen muss. Koste es, was es wolle...

Mit seiner zweiten Regiearbeit ist dem Schauspieler Tom McCarthy, der mit "Station Agent" sein international vielfach ausgezeichnetes Regiedebüt gab, ein Juwel des amerikanischen Independentkinos geglückt. In der Hauptrolle glänzt Richard Jenkins (BURN AFTER READING, VERRÜCKT NACH MARY, SIX FEET UNDER), der für seine Leistung in der Rolle des Walter Vale eine Oscar(r)--Nominierung als Bester Hauptdarsteller erhielt. Mit ihm erzählt McCarthy eine zutiefst menschliche Geschichte aus einem Amerika, das sich verändert hat seit 9/11. Vor allem aber ist es die Geschichte von vier Menschen, die der Zufall im wahrsten Sinne des Wortes zusammen trommelt und die das Schicksal wieder auseinander reißt. Ein wahrhaftiger Film, der einen nicht kalt lässt. Er bewegt mit seiner gerechten Empörung über ein ungerechtes System, seinen genau beobachteten Details, seinem liebenswerten Humor, rhythmischen Klängen und seinem Herz für Menschen, die nichts anderes wollen, als ihr Leben gemeinsam zu leben. (kino.de)
Urbane Beziehungslosigkeit und multikulturelles Miteinander sind Lebenserfahrungen, die beispielhaft mit dem Mythos von New York verknüpft sind. Der Film ist eine Hommage an diese Stadt, die für viele Eingewanderte immer noch den "amerikanischen Traum" repräsentiert. Er erzählt hoffnungsvoll von den Möglichkeiten, die in der Begegnung verschiedener Kulturen liegen, ohne soziale Härte und politische Hindernisse zu verschweigen. Die Musik wird zur Brücke, die neues Hören und Empfinden eröffnet. Richard Jenkins als Walter Vale spielt virtuos den Wandel von linkischer Zurückhaltung zu Rhythmusbegeisterung, von Abwehr zu Anteilnahme. Als sympathische Identifikationsfigur verkörpert er die Sehnsucht nach einem lebendigen, offenen Austausch mit den Fremden. Ihr Schutz und ihr Recht sind dafür eine unabdingbare Voraussetzung. (epd)
Dem Independent-Regisseur Tom McCarthy ist mit der Verfilmung seines Skripts "THE VISITOR" ein wunderbar sentimentales und melancholisches, gleichwohl kitschfreies Kinokleinod gelungen.
In der von Bush jr. geprägten Ära nach dem 11. September 2001 haben es besonders arabischstämmige Menschen schwer. Der gern zitierte American Dream von Freiheit und Chancengleichheit scheint gerade in New York zu einer Farce verkommen zu sein. Wenn Mouna wissen will, warum der Abschiebeknast von außen so gar nicht nach Gefängnis aussieht, und Vale daraufhin meint, dass dies vermutlich auch so gewollt sei, so spricht diese Aussage Bände.
Großartig sind neben der anrührenden Story die Darsteller. Haaz Sleiman (bekannt aus Kinofilmen wie "AMERICAN DREAMZ" oder TV-Serien wie "24") sowie die im Kino noch größtenteils unbekannte Theaterschauspielerin Danai Gurira kontrastieren gekonnt neben den "erfahrenen" Protagonisten Richard Jenkins ("HANNAH UND IHRE SCHWESTERN", "THE CORE DER INNERE KERN") und die großartige franko-palästinensische Grand Dame Hiam Abbass ("DIE SYRISCHE BRAUT"), die beide auf der Leinwand eine knisternd-keusche "Beziehung" geben. Jenkins erhielt 2009 für seine "Visitor"-Rolle sogar eine Oscar-Nominierung. (Filmecho)