|
Dokumentarfilm: Mitwirkende: Rhinpoche Sherap Sangpo Dolpo Tulku,
Khenpo Pema Dorje, Lobpön Urgyen Wangdrak.
Deutschland 2009, 104 Min, FSK ab 6 , OmU
18. - 24.03. (Do. - Mi.) 18.45 Uhr
2. Wo.
25.-31.03. (Do.-Mi.) 16.45 Uhr
3. Wo.
01.04.-07.04. (Do.-Mi.) 16.30 Uhr
Dokumentarfilm über Rhinpoche Sherap Sangpo, das spirituelle
Oberhaupt im Dolpo, einer Region im Norden Nepals, deren Bewohner
bislang kaum von der Modernisierung des Landes profitiert haben.
Er begleitet den künftigen "Tulku", der lange Zeit
im Ausland lebte, auf einer 42-tägigen Reise durch die Welt
des Hochgebirges bis zur Inthronisierung als neuem geistlichen Führer.
Ein eindringliches Porträt der Lebenssituation im Dolpo, aber
auch der charismatischen Persönlichkeit Sangpos, das durch
die Solidarität und Würde der Menschen allem materiellen
Elend zum Trotz tief beeindruckt. (film-dienst)
"Der Titel des Tulku bedeutet, dass man einen Vorgänger
in einem früheren Leben hatte. Und die Bestimmung eines Tulkus
ist es, das Werk dieses Vorgängers weiterzuführen. Ebenso
wie der frühere hat der wiedergeborene Tulku die Aufgabe, die
Menschen zu lehren, wie man den unermesslichen Weg des Buddha individuell
praktizieren kann. Die Erwartungen an einen Tulku sind sehr groß.
Es ist aber nicht wie bei einem Politiker, der Dinge verspricht,
um gewählt zu werden. Bi einem Lama ist das anders. Die Leute
bringen ihm Zuneigung und Vertrauen entgegen, weil man seinen Vorgänger
in ihm sieht und hofft, dass er dessen Aufgaben weiterführt.
Ein Tulku muss sich selbst immer moralisch richtig verhalten und
anderen als Vorbild dienen.
Wer sich selbst und anderen den Weg Buddhas lehrt, wer fehlerlos
aufzeigt, wie Leiden entsteht und wie es überwunden werden
kann, der wird dem Titel eines Tulku gerecht." (Dolpo Tulku)
Kennengelernt hat der Regisseur den Dolpo Tulku, der als einfacher
Hirtenjunge namens Sherap Sangpo im Alter von zehn Jahren entdeckt
und zum Studium ins Namdroling Kloster nach Südindien geschickt
wurde, im Jahre 2007, als sich der Filmemacher mit seiner Familie
auf einer Urlaubsreise durch Südindien befand. Auf den ersten
Blick war Dolpo Tulku ein ganz normaler Mönch wie viele andere
tausenden anderen. Erst im Gespräch offenbarte sich, welche
schwere Last auf den Schultern des jungen Mannes lastete, der in
den Gesprächen als bemerkenswert kluger und weiser Mensch erscheint,
der gleichermaßen reflektiert wie auch von Selbstzweifeln
geplagt an seine neue Aufgabe herangeht und der in seiner Besessenheit
für die modernen Kommunikationsmittel manchmal gar nicht wie
ein in sich ruhender geistiger Führer wirkt. Nach der Begegnung
kam Hoffmann dann auf die Idee, die Rückkehr des Dolpo Tulku
in seine Heimat mit der Kamera zu begleiten. Der Tulku gab seine
Zustimmung zu dem Projekt auf seine ganz eigene Weise - mit einer
Mail, die ihn und den Regisseur auf einem gemeinsamen Bild, aufgenommen
mit einem Selbstauslöser zeigt.
Man merkt dem Film an, dass er von einer großen Vertrautheit
zwischen dem Regisseur und dem Dolpo Tulku geprägt ist. Zumal
sich Martin Hoffmann erklärender Off-Kommentare weitgehend
enthält und lediglich mittels eingeblendeter Texttafeln über
Ort und Zeit informiert. Dieses spürbare Vertrauen, die bereitwillige
und sehr menschliche Art des buddhistischen Geistlichen, seine bescheidene
Art, sein Humor sowie seine Selbstzweifel und vor allem die atemberaubenden
Landschaftsaufnahmen machen aus DOLPO TULKU - HEIMKEHR IN DEN HIMALAYA
einen überaus sehenswerten Film - und zwar nicht nur für
Menschen, die sich für den tibetischen Buddhismus interessieren.
Spätestens mit dem Verlassen des Kinos wünscht man sich
etwas von der Gelassenheit des Mönches, der gerade vor der
Aufgabe seines Lebens steht. Möge sie ihm gelingen!
(kino-zeit.de)
In faszinierenden Bildern erzählt der Film von Tradition und
Moderne, Spiritualität und der Aufgabe, der Armut entgegenzuwirken.
Vertraut mit buddhistischer Selbstüberwindung und dem Laptop
stellt sich der junge Dolpo den großen Erwartungen - mit Hingabe,
Humor und Liebe. (ad)
|