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Psychoanalytiker stellen Filme vor:
DOGVILLE
Lars von Trier

19.04. (So.) 16.30 Uhr

FSK ab 12 J.

Angaben zur Person des Referenten:
Dr. phil.; Dipl. -Psych. H. Däuker, niedergelassen in eigener Praxis in Mannheim, zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themen Psychoanalyse und Kulturtheorie; Buchveröffentlichung: 'Bausteine einer Theorie des Schmerzes'.

Lars von Triers 'Dogville' zeigt, wie Bewohner eines kleinen Ortes einer von ihnen aufgenommenen, geheimnisvollen Flüchtigen gegenüber aus schwer nachvollziehbaren Gründen immer bösartiger werden. Diese, die ebenso attraktive wie selbstlose Grace wiederum begegnet dem mit einer kaum erträglichen Hingabe und Verständnisbereitschaft. Der Film macht deutlich, welches Gewaltpotential bedrohter Identität innewohnt, selbst oder gerade dann, wenn diese Bedrohung in Gestalt einer Verführung durch das Gute auftritt. 'Dogville', ein Lehrstück über die Arroganz des Guten?

Eine 50 mal 50 Meter große Bühne, aufgemalte Straßen und Häuser, Rudimente von Requisiten und ein paar Beleuchtungstricks, 15 Schauspieler - mehr ist nicht in "Dogville". Doch trotz dieser gezielt theaterhaften Umgebung gelingt es Lars von Trier in seinem formal radikalen Cannes-Aufreger über eine Gangsterbraut in der Depressionsaira, die sich vor ihren Häschern in eine Berggemeinde flüchtet, eine ganze Welt erstehen zu lassen. In derer Mittelpunkt steht wie schon in "Breaking the Waves" und "Dancer in the Dark" eine Frau, der die ganze Last des Universums aufgebürdet wird. Und doch lässt es Nicole Kidman in einer Tour de force niemals zu, sich als Opfer ausbeuten zu lassen, was letztlich auch Ausgangspunkt für einen furiosen Showdown des Anti-Dogma-Films ist, der hohe Wellen nicht brechen, sondern schlagen sollte.