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Dokumentation; B: Vadim Jendreyko; K: Stéphane Kuthy; M:
Daniel Almada,
Deutschland/Schweiz 2009, Farbe, 97 Min., FSK ab 6, OmU
13.-19.05. (Do - Mi) 18.00 Uhr
In den Zirkeln der Literatur ist Swetlana Geier eine feste Größe.
Normalerweise stehen Übersetzer im Literaturbetrieb eher im
Schatten, doch die Übersetzerin der Werke Dostojewskis ist
diesem Dunkel spätestens im Jahre 1994 entkommen, als sie eine
Neuübersetzung von Schuld und Sühne vorlegte, die den
neuen und viel treffenderen Titel Verbrechen und Strafe trug. Seitdem
kennt man sie als "die Frau, die Dostojewski wieder zum Klingen
gebracht hat." Vadim Jendreyko hat sich mit seinem Film Die
Frau mit den 5 Elefanten der Übersetzerin angenähert und
zeichnet ein vielschichtiges und faszinierendes Porträt einer
Frau, die durch Weisheit und eine unendlich große Liebe zur
Sprache - zur deutschen wie zur russischen - fasziniert. Was anfangs
wie ein typisches Fernsehporträt anmutet, gewinnt dank der
immensen Ausstrahlung der Protagonistin bald eine ungeheure Strahlkraft,
die aus diesem Film mehr macht als nur ein Porträt einer gefeierten
Übersetzerin.
Ihre 5 Elefanten nennt Swetlana Geier am Ende des Films liebevoll
ihre Neuübersetzungen von Dostojewskis Romanen Verbrechen und
Strafe, Böse Geister (bislang bekannt als Die Dämonen),
Der grüne Junge (vormals: Der Jüngling), Die Brüder
Karamasow und Der Idiot. Für ihre Arbeiten an den Romanen nimmt
sich Geier, die dank eines Lehrauftrags an der Universität
finanziell stets unabhängig war, viel Zeit. Wie diese Übersetzungen
entstehen, davon erzählt unter anderem dieser Film. Er zeigt
Frau Hansen, die Swetlana Geiers Übersetzungen wie eine Sekretärin
auf der Schreibmaschine festhält und Herrn Kloth, den gewissenhaften
Revisor, der im nächsten Arbeitsschritt die so entstandenen
Seiten vorliest und mit der Übersetzerin gewissenhaft Zeile
für Zeile, Satz für Satz durchgeht - was in manchen Szenen
beinahe wie ein Loriot-Sketch wirkt, wenn die agile Frau um jedes
Wort kämpft, erklärt, zu überzeugen versucht. Bei
aller milden Schrulligkeit wirken Sequenzen wie diese aber niemals
denunzierend, sie sorgen viel eher für lichte, heitere Momente
in einem Film, der sich eigentlich eher mit einer trockenen Materie
auseinandersetzt.
Doch es sind nicht nur die Konstellationen, die dem Porträt
diesen unvergleichlichen Ton zwischen Situationskomik, Tiefgang
und liebevoller Figurenzeichnung geben. Auch Szenen wie die Familienzusammenkünfte
im wundervollen Haus der Übersetzerin in Freiburg, ihre Erinnerungen
an ihre Kindheit und Jugend in Kiew, an die Gräuel von Stalins
Säuberungen, denen ihr Vater zum Opfer fiel, an Begegnungen
mit den deutschen Besatzern während der Zweiten Weltkrieges
und an die Übersiedlung nach Deutschland im Jahre 1943 ergänzen
das Bild und geben Einblicke in ein Leben voller Rückschläge
und Kehrtwendungen. Schließlich bricht Swetlana Geier aufgrund
einer Einladung in Begleitung ihrer Enkelin Anna nach 65 Jahren
zu einer Reise in die Ukraine auf, es ist eine Begegnung mit den
Gespenstern der Vergangenheit, denen sie sich mutig stellt.
(
) Man spürt, dass die Zusammenarbeit zwischen Jendreyko,
seinen ausgezeichneten Kameraleuten und Swetlana Geier von gegenseitigem
Respekt und so etwas wie Freundschaft geprägt war. Und man
wünscht sich, dass es mehr solcher Dokumentationen gäbe,
in denen diese Atmosphäre mitschwingt, die aus Die Frau mit
den 5 Elefanten eine echte dokumentarische Kostbarkeit macht - nicht
nur für Freunde der Literatur Dostojewskis. (kino-zeit.de)
'Die Frau mit den 5 Elefanten' zählt zu den beeindruckendsten
Filmen, die 2009 ins Kino kamen" (Falter)
"Die Frau mit den 5 Elefanten ist, simpel gesagt, auf der Höhe
seiner Protagonistin:
ein meisterliches Werk" (DU)
"Ein Film wie eine Babuschka - es steckt viel mehr drin, als
man von aussen vermutet." (Swiss Films)
Weitere Info: http://www.5elefanten.ch
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