Italien, Ende
des Zweiten Weltkriegs. Große Not zwingt die Witwe Lilliana, zusammen mit
ihrem - etwas nichtsnutzigen - Sohn Nino die geliebte Stadt Bologna zu verlassen.
Die beiden ziehen zu Lilianas Schwager Giordano, der in Apulien einen Bauernhof
betreibt und der in seiner Jugend unsterblich in sie verliebt war. Die Ankunft
von Liliana und Nino stellt das Leben des sensiblen Giordano, der in der Gegend
Bomben entschärft, Zuckermandeln herstellt und Schönschrift schreibt,
auf den Kopf. Zudem erwachen in Giordanos alten Tanten die Erinnerungen an vergangene
Zwistigkeiten: Suntina und Eugenia hegen immer noch einen starken Groll gegen
Lillianas Familie... In meinen Filmen finden sich stets autobiographische Momente,
so auch in LA SECONDA NOTTE DI NOZZE: Das seltsame Paar Lilliana und Nino in diesem
ein wenig frivolen Film ist mit Jugenderinnerungen verknüpft. Meine Mutter
ist früh Witwe geworden. Sie war eine gutaussehende Frau, und ihre Freundinnen
ermunterten sie, sich mit Männern zu treffen. Ab und zu nahm meine Mutter
mich mit. In die Riege dieser Männer reiht sich Giordano ein, der absolute
Reinheit und Güte verkörpert. Nachdem er gesehen hat, wie ein kleines
Mädchen durch eine Minenexplosion zu Tode gekommen ist, meldet er sich freiwillig,
um die Minen auf den Feldern in die Luft zu sprengen. Alle halten ihn für
den Dorfnarren, aber im Verlaufe des Films entdecken wir seine Weisheit. (Pupi
Avati) OmU, FSK ab 12 |