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USA 1966, 91 Min
FSK ab 16
16. + 17.6. (Di + Mi) 20.30 Uhr
Mit THE SHORT FILMS OF DAVID LYNCH zeigen wir Werke des Kultregisseurs
David Lynch, die er zwischen 1967 und 1995 produziert hat. Ein Abend
für echte Lynch-Fans! Die Bandbreite geht von animierten Trickfilmen
über 16mm-Filme bis hin zu Videoproduktionen. Wir zeigen SIX
MEN GETTING SICK, THE ALPHABET, THE GRANDMOTHER, THE AMPUTEE, THE
COWBOY AND THE FRENCHMAN und LUMIERE, ein 52 Sekundenfilm, welchen
Lynch anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Erfindung
des Cinématographen durch die Brüder Lumière
mit der originalen Kamera aus dem 19. Jahrhundert gedreht hat.
Ursprünglich hatte David Lynchs Debütfilm keinen Titel.
Da jedoch der Inhalt dieses Animationsfilms in nur vier Worten treffend
zusammengefasst werden konnte, erlangte dieses irritierende Werk
schnell als SIX FIGURES GETTING SICK Berühmtheit. Ursprünglich
als Teil einer Videoinstallation geplant sollten die vier erbrechenden
Männer auf eine Skulptur projiziert werden. Dadurch sollte
ein dreidimensionaler Effekt entstehen, den man heute leider nicht
mehr nachvollziehen kann. Dennoch ist SIX FIGURES GETTING SICK zumindest
interessant.
Die animierten, kruden Männer trinken, dann wird ihnen schlecht
und dann erbrechen sie. Das ganze wird in einer Endlosschleife sechs
Mal wiederholt. Ohne tiefen Sinn oder Bedeutung. Für Lynch
war es eine filmische Fingerübung aus der Zeit, in der er noch
ein Maler war.
Man kann sich vorstellen, dass THE ALPHABET eine Hausaufgabe für
den jungen Filmstudenten Lynch war: Eine kontinuierliche Aneinanderreihung
des alphabethischen Aufzählreims zu visualisieren. Und David
Lynch bastelt aus dem vorgegebenen Kindervers einen animierten Alptraum,
in dem ein Mädchen anfängt, aus ihrem Mund zu bluten (
).
Kombiniert man einen solchen Reim, der ja das Auswendiglernen fördert,
mit den brutalen und unterschwellig sexuellen Bildern aus THE ALPHABET,
kommt man schnell zu dem Schluss, dass dies Lynchs verzerrte Version
des Erwachsenwerdens, des Lernens und des Verlierens der kindlichen
Leichtigkeit und Unbeschwertheit sein könnte. Eine Welt, in
der jede soziale Beziehung durch den letzten Reim des Alphabet-Songs
"... tell me what you think of me" diskutiert werden kann,
wird es bald für die Protagonistin nicht mehr geben.
THE GRANDMOTHER ist ein Film über eine Familie. Die Eltern
sind primitive Tiere in dem Körper von erwachsenen Menschen.
Sie gehen auf allen Vieren, kommunizieren nur durch Bellen und Blaffen
- und formulieren dabei nie ein Wort, das in einer bekannten Weltsprache
wiederzufinden ist - und behandeln ihren Sohn, einen verhältnismäßig
menschlichen Jungen, der immer einen Anzug trägt, mit Verachtung
und Häme. Immer wieder wird der Junge von seinem Vater geprügelt
und bestraft, da er anscheinend aufgrund seines Bettnässerproblems
jeden Morgen einen orangenen Fleck auf dem weißen Laken hinterlässt.
Der Junge flüchtet sich auf der Suche nach Geborgenheit und
Liebe auf den Dachboden, wo er Dreck und einen Samen in ein leeres
Bett einpflanzt. Hier wächst etwas Unwirkliches herauf, das
schließlich eine Großmutter gebären soll, die sich
um den Jungen liebevoll kümmert. Doch das Glück währt
nicht lange, denn etwas scheint mit der Großmutter nicht zu
stimmen. (mitternachtskino.de)
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