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D.: Sabrina Ferilli, Elio Germano, Valerio Mastandrea, Massimo
Ghini; B.: Francesco Bruni; K.: Nicola Pecorini; M.: Franco Piersanti;
Italien 2008
Woche vom 18.03. - 24.03.2010
Do - Mo 20.30 Uhr
Di + Mi 18.15, 20.30 Uhr
2. Wo.
25. - 31.03. (Do. - Mi.) 21.00 Uhr
3. Wo.
01.04.-07.04.. (Do. - Mi.) 21.30 Uhr
FSK ab 12
Trotz ihres Philosophiestudiums findet Marta ihren ersten Arbeitsplatz
nur in einem Call Center. Nach seinem Film "N - LO E NAPOLEONE"
widmet sich der Regisseur mit gekonnt komödiantischen Tönen
und einem guten Schuss Sarkasmus wieder einem sozialen Thema: dem
befristeten Arbeitsverhältnis.
Die stille Marta schließt die Universität im Fach Philosophie
mit Bestnoten ab. vor ihr liegt eine brillante Zukunft - denkt sie.
Doch ihr Wissen wird im wirklichen Arbeitsleben nicht benötigt.
Aus Mangel an Alternativen nimmt sie einen Telemarketing-Job in
einem Call Center an. Dort erwartet sie eine anfangs noch faszinierende
Welt der Jingles, fanatischen Verkäufer, amerikanischen Motivationsmethoden
und halsbrecherischen Verkaufstechniken. Bis sie den Gewerkschafter
Giorgio kennen lernt... (Filmfestival München)
Viel Anklang beim Publikum fand auch "TUTTA LA VITA DAVANTI"
von Paolo Virzì, eine lebensnahe Komödie um eine junge
Hochschulabsolventin mit hochfliegenden Ambitionen, die aber zunächst
in einem Call-Center landet. (Filmfest Göttingen)
Marta (Isabella Ragonese) hat ihr Philosophiestudium cum laude abgeschlossen
und macht sich enthusiastisch auf die Suche nach einem Job. Sie
hat, wie ihre Mutter sagt, ihr ganzes Leben noch vor sich. Doch
bald muss sie enttäuscht feststellen, dass die Welt nicht auf
sie gewartet hat. Durch Zufall lernt sie das kleine Mädchen
Lara kennen, die gemeinsam mit ihrer Mutter Sonja (Micaela Ramazzotti)
einen Babysitter sucht. Marta sind die beiden sofort sympathisch,
und so werden die drei ein Team, Während Sonia in einem Callcenter
jobbt, erzählt Marta der kleinen Lara Platons Höhlengleichnis
als Gute-Nacht-Geschichte. Als ein Job in der Tagesschicht des Callcenters
frei wird, greift Marta beherzt zu.
Auch wenn die morgendlichen Motivationsgesänge Marta zu Anfang
irritieren, so stellt sie doch fest, dass diese seltsame Welt durchaus
ihren Reiz hat. Besonders weil sie feststellt, dass sie im Umgang
mit Menschen Talent hat. Doch diese Welt hat andere Regeln: Hier
sind eher Kenntnisse zu "Big-Brother" gefragt als philosophische
Spitzfindigkeiten.
Marta lernt ein anderes Land kennen, das Italien, in dem man auch
im Callcenter mit Headset immer schön und glücklich sein
muss. Das Italien, in dem die Manipulation anderer das wichtigste
Werkzeug für Erfolg darstellt, und in dem die Quote, egal wie
sie erzielt wurde, an oberster Steile steht. Marta lernt das Italien
Berlusconis kennen.
DAS GANZE LEBEN LIEGT VOR DIR ist eine bezaubernde Entdeckung der
internationalen Festival-Szene. Ein italienischer Film, der so unitalienisch
und italienisch zugleich ist, als hätte man Woody Allen mit
Roberto Benigni kombiniert. Paolo Virzì verbindet Traumweiten
und Realität, zitiert die Meister Fellini wie Monicelli, und
persifliert gleichzeitig das moderne Italien aufs Schärfste.
Dabei behält er immer einen leichtfüßigen, entspannten
und entspannenden Ton. Dieser Film ist alles in einem: Gesellschaftskritik,
leichte Unterhaltung und ein Kunststück! Virzì zeigt
Berlusconis Italien, das Italien der Fernsehshows, der Schönheitsoperationen
und Klatschblätter, der Motivationsgesänge und -tänzchen;
das Italien, das mittlerweile amerikanischer ist, als es Amerika
jemals war. Virzì konterkariert es mit dem Italien, das nicht
nur die Deutschen gerne sehen, das kultivierte, belesene, augenzwinkernd-humorvolle,
genießerische und entspannte Italien. Dazu gibt er eine gesunde
Dosis Realität, aber eben nicht zu viel, die Balance bleibt
erhalten. Auf dem Filmfest München 2009 wurde der Film als
Entdeckung gefeiert.
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