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CINDY LIEBT MICH NICHT Hannah Schweier

DEU 2009, 92 Min
FSK ohne Altersbeschränkung
D: Clemens Schick, Peter Weiß, Anne Schäfer, Jacques Malan

10. - 16.6. (Do - Mi) 19.30 Uhr

Zwei Männer um die 30 und grundverschieden: Franz, Barkeeper im "Cindy liebt mich nicht", und David, Referendar bei der Staatsanwaltschaft, haben gleichzeitig eine Liebesverhältnis mit einer jungen Frau, ohne von dieser Dreiecksbeziehung zu wissen. Maria ist eine besondere Frau, die jedem genau das gibt, was er zu brauchen scheint, und doch ganz in ihrer eigenen Welt lebt. Als sie mit einem Mal verschwindet, treffen die beiden Männer aufeinander. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Maria.

Es ist die Stimmung eines verführerischen Sommers, die Roman und Film etwas Flirrendes verleihen. Wie aus dem Nichts taucht Maria (Anne Schäfer) erst bei David (Peter Weiss) und dann bei Franz (Clemens Schick) auf. In beiden Männern bringt die neue Liebe eine Saite zum Klingen, die sie bisher kaum in sich gespürt haben. Maria versteht es, sich derart anzupassen und einzufühlen in die Ängste und Sehnsüchte ihrer Partner, dass ihre eigene Person darüber fast unsichtbar wird.
Tatsächlich verschwindet die junge Frau eines Tages wirklich. Bei der Suche nach ihr treffen David und Franz aufeinander. Beide erfahren erst jetzt, dass Maria das Bett mit dem jeweils anderen teilte. Und das, obwohl die Männer unterschiedlicher nicht sein könnten. Spießiger Rechtsreferendar der eine, lässig-cooler Barmann der andere. Beide vernachlässigen ihre Jobs in der Staatsanwaltschaft und der Bar mit dem merkwürdigen Namen "Cindy liebt mich nicht". Stattdessen schwingen sie sich in Franz' klapprigen Opel, um quer durch Deutschland und Dänemark nach Maria zu fragen.
Auf den ersten Blick ist das eine heitere Beziehungsgeschichte, die sich bald zum Roadmovie entwickelt - mit einer ebenso liebevollen wie distanziert-ironischen Betrachtung der Figuren. Auf den zweiten Blick geraten die Defizite stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit, vor allem die der beiden Männer. So erstaunlich es klingt: Beide wissen von der Frau, die sie über Monate als ihre Freundin betrachteten, fast nichts. Wo ihre Eltern wohnen, wer ihre Arbeitskollegen sind, was sie früher gemacht hat - all das hat anscheinend weder Franz noch David interessiert. Es ist weniger die Person, die sie liebten, als vielmehr das Bild, das sie sich von ihr machten, die Projektionsfläche einer doppelten Maria, auf die jeder seine Wünsche von der idealen Frau überträgt. Mit dem Zulassen realer Nähe haben diese einsamen Wölfe dagegen so ihre Schwierigkeiten.
Zu den schönsten Momenten von CINDY LIEBT MICH NICHT zählen die Augenblicke, in denen sich die beiden ungleichen Männer ihrer Schwächen und Beziehungsdefizite bewusst werden. Es entsteht eine leise, unterhalb der Konkurrenzebene sich zart entfaltende Freundschaft der beiden, die allmählich wichtiger wird als das Dreiergeflecht. Zumal die Suche Details ans Licht bringt, die darauf hindeuten, dass auch Maria mit der Liebe so ihre Schwierigkeiten hat. Und womöglich weder mit David noch mit Franz glücklich werden könnte. (kino-zeit.de)