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CHÉRI - EINE KOMÖDIE DER EITELKEITEN Regie: Stephen Frears

D: Iben Hjejle, Michelle Pfeiffer, Kathy Bates, Rupert Friend, Felicity Jones
B: Christopher Hampton nach einem Roman von Colette.
USA 2009, 96 Min, FSK ab 6, dt. Fassung

25. - 31.03. (Do. - Mi.) 18.30 Uhr


Eine alternde Belle-Epoque-Kurtisane soll aus dem verwöhnten Sohn einer Kollegin einen Mann machen. Aus der arrangierten Liaison entwickelt sich eine über Jahre andauernde Liebesbeziehung, der die Zweckehe des Liebhabers mit einer reichen Braut ein Ende setzt, ohne dass die Liebenden innerlich voneinander loskommen. Die opulent und mit hervorragenden Darstellern umgesetzte Literaturverfilmung zeichnet als elegant-scharfzüngige Gesellschaftskomödie die porträtierte Halbwelt als parodistischen Spiegel der "besseren Gesellschaft" und ihrer Werte. Zugleich verfolgt sie mit Momenten großer Poesie und Melancholie die Tragödie der Hauptfiguren, deren Gefühle und Sehnsüchte im Tanz auf dem gesellschaftlichen Parkett auf der Strecke bleiben. (Film-dienst)

Léa de Lonval war einst eine der bekanntesten und erfolgreichsten Kurtisanen von Paris, doch nun neigen sich die Liebschaften dem Ende zu, da auch Léa langsam älter wird. Was sie aber nicht davon abhält, eine leidenschaftliche Affäre mit Fred, genannt Chéri (Rupert Friend) zu beginnen, dem gerade 19 Jahre alten und ziemlich verwöhnten Sohn ihrer Kollegin und früheren Rivalin Madame Peloux (grandios in dieser Rolle: Kathy Bates). Zum allgemeinen Erstaunen Aller hält die unschickliche Liaison zwischen den beiden sechs Jahre, bis Madame Peloux beschließt, ihren Sohn endlich unter die Haube zu bringen. Und zwar mit einer Frau, die nicht wesentlich älter ist als er. Trotz aller Bemühungen können Fred und Léa nicht voneinander lassen, so dass die junge Ehe des verwöhnten Lebemanns schließlich an der Affäre zu scheitern droht. Immer wieder schwanken die beiden Liebenden hin und her zwischen Anziehung und Zurückweisung, Liebe, Eifersucht und Verzicht. Doch Léa ist klug genug zu erkennen, dass die Zeit gegen sie läuft…
Prächtig ausgestattet, elegant gefilmt und mit einer nach wie vor bezaubernden Michelle Pfeiffer und einem herrlich launischen Rupert Friend in den Hauptrollen bestens besetzt, besticht Chéri durch Dialogwitz, Eleganz und eine Leichtigkeit, die dem reichlich fließenden Champagner in diesem Film in nichts nachsteht. Ein "period piece", das die Zeit in Paris vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges auf höchst charmante und anregende Weise wieder auferstehen lässt. (…) Im Kino gewesen - amüsiert. Das ist heutzutage nun wirklich keine Selbstverständlichkeit. (kino-zeit.de)

Michelle Pfeiffer, die seit zwei Jahren wieder präsenter auf der Leinwand ist, hat sich mit ihren ersten Falten arrangiert - und erscheint beinahe schöner denn je, wie einem Klimt-Gemälde entsprungen. Sie ist die Kirsche auf dieser bittersüßen Crèmetorte von einem Film, der in jeder Einstellung des Kameramanns Darius Khondji weichgezeichnete Sinnenfreude zelebriert, die wunderbar mit den spitzen Pointen kontrastiert. Für das Szenenbild voller Art-nouveau-Kunstwerke wurden ganze Pariser Antiquitätenläden geplündert, und die Gärten scheinen von der Leinwand herab das Kino mit ihrem Duft zu erfüllen. Ein opulentes Sittengemälde von opak schimmernder Schönheit - so wie Léas Perlen, die Chéri so liebt. (NZZ)