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DEU 2010, 76 Min
FSK ab 16
D: Miriam Mayet, Matthias Faust, Lana Cooper, Arno Frisch
3.6. - 9.6. (Do - Mi) 20.30 Uhr
Ein heruntergekommenes Apartment in Berlin Mitte. Zwei Frauen und
ein Mann, Proben für ein Filmprojekt über Liebe und Sex,
das es nie geben wird. Spiel und Realität vermengen sich zu
einer gefährlichen Mischung.
So sieht das also aus, wenn man in Deutschland versucht, filmische
Grenzen zu verschieben. RP Kahl's mit 76 Minuten recht bündig
geratener Independent- (oder doch Experimental-?) Film BEDWAYS,
gedreht in blitzsauberer digitaler Optik und kompromisslosem 4:3,
beginnt gleich mit einem Höhepunkt. Und der ist Gott sei dank
nicht dramaturgischer, sondern sexueller Natur.
Nach der Welle der europäischen Arthouse-Pornos, nach INTIMACY
und 9 SONGS war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich auch mal
ein deutscher Filmemacher an die zahlreichen Thematiken heranwagt,
die die fleischliche Liebe auf Zelluloid ja zweifelsohne zu bieten
hat. Man dachte eigentlich an einen wagemutigen Filmstudenten, aber
man hätte es besser wissen müssen: Mehrere Jahre hat Kahl
das Genre des Erotikfilms in photographischen und filmischen Vorarbeiten
eingekreist, bevor er sich nun ans Eingemachte wagt. Wie den meisten
Pionieren des Leinwandsex', die immerhin auf wackligem und unbekanntem
Boden balancieren, gerät auch ihm dabei einiges etwas zu krude
oder zu gefällig - aber es ist bemerkenswert, wie stimmig,
wie ästhetisch und, ja, wie erotisch sein kleiner Low-Budget-Film
letztlich geworden ist. Kahl hat viel gewagt und viel gewonnen.
(Schnitt)
"(Da) hat der Film einen mit hartem rockigen Sound schon mitgerissen
auf eine Reise in die Nacht, die auch nah am Abgrund entlang führt,
auf den Spuren von Abel Ferrara und Klaus Lemke. Wenn die "Perspektive
Deutsches Kino" ein Versprechen ist, dann liefert BEDWAYS die
Erfüllung: Ein Film, der nichts verspricht und alles hält.
Er ist ein Solitär im Programm der Berlinale-Perspektive
subversive Avantgarde. (Berliner Morgenpost)
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