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08.03. (Mo.) 20.00 Uhr
FSK ab 12
April 1945, die Rote Armee steht, vor Berlin und der Kampf um die
Hauptstadt tobt. Die knapp dreißigjährige ANONYMA (Nina
Hoss, mit einer beeindruckenden Leistung) wird die Ereignisse der
nächsten Tage für ihren Lebensgefährten Gerd (August
Diehl) festhalten, der an der Ostfront verschwand. Sie wird, wie
die meisten Frauen, von den Siegern mehrfach vergewaltigt. Doch
dann fasst ANONYMA den Entschluss, sich einen "Wolf",
einen russischen Offizier, zu suchen, der sie im Austausch für
sexuelle Dienstleistungen schützt. Berührendes Drama von
Max Färberböck. (Sbr. Ztg.)
Vergewaltigungen gibt es noch in den Kriegen von heute, trotz Ächtung
durch die Vereinten Nationen. Daran wird, dieser Film nichts ändern.
Aber er kann eine Ahnung vermitteln: von der Verwüstung der
Seelen, von dem, was Jahrzehnte verschwiegen wurde, vom Lebensgefühl,
das vorübergehend keine Vergangenheit kennt und keine Zukunft,
sondern nur die Allgegenwart der Angst.
"Die Zukunft liegt bleiern auf uns" heißt es im
Tagebuch. Am Ende wuchtet ANONYMA mit ihrem Gerd Möbel herum,
verbissen, vergeblich. Fürs Erste scheitert der Versuch, sich
einzurichten in dem, was man Frieden nennt. (Tagesspiegel, Berlin)
Regisseur Max Färberböck (Aimée und Jaguar) gelingt
ein schwieriger Spagat: Er schildert ausgiebig die von den Rotarmisten
begangenen Gräueltaten (ohne jedoch bei den Vergewaltigungsszenen
allzu drastisch zu werden), lässt dabei aber nie vergessen,
wer den Krieg letztlich angezettelt hat. Darüber hinaus zeichnet
er ein differenziertes Bild von Siegern und Besiegten. Die Russen
zeigt er nicht bloß als gefühllose Berserker, sondern
auch als durch ihre Kriegserfahrungen traumatisierte Männer.
Bei den Deutschen konzentriert er sich auf ANONYMA und ihre Hausnachbarn
- ein Kaleidoskop unterschiedlicher Charaktere, von denen jeder
auf seine Weise mit der ständigen Angst umgeht und sich mit
den Besatzern zu arrangieren versucht. Herausgekommen ist dabei
ein vielschichtiges Drama, das einen gefangen nimmt - ob man will
oder nicht. (TZ, München)
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