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AGE OF STUPID - WARUM TATEN WIR NICHTS, ALS NOCH ZEIT WAR Franny Armstrong


Doku D: Pete Postlethwaite, Alvin DuVernay, Jeh Wadia, Layefa Malemi
GBR 2009, 89 Min, FSK ab 12

5. - 11.8. (Do - Mi) 18.15 Uhr
12. - 18.8. (Do - Mi) 21.15 Uhr

Wir schreiben das Jahr 2055. London ist überflutet, Sydney in Flammen, Las Vegas von der Wüste verschluckt. Der letzte Mensch sitzt in der geschmolzenen Arktis in einem riesigen Weltarchiv, das die Überreste der Zivilisation enthält, und fragt mit stoischem Ausdruck: "Warum nur haben wir die Klimakatastrophe nicht verhindert, als wir noch die Chance dazu hatten?"
Sechs wahre Geschichten, angereichert mit Original-Fernsehbeiträgen der Zeit zwischen 1950 und 2008, dokumentieren den alltäglichen Wahnsinn unserer Zeit - und geben eine erschütternde Antwort, warum wir unseren Lebensraum nicht bewahren konnten.

THE AGE OF STUPID war in Großbritannien ein Überraschungserfolg - im britischen Parlament gab es eine Vorführung, 58.000 Menschen und große Unternehmen wie Sony UK, die Royal Mail oder die HSBC Bank haben sich inzwischen der aus dem Film hervorgegangenen Bewegung "10/10" angeschlossen. Ihre Forderung: Im Jahre 2010 soll der Co2-Ausstoß um zehn Prozent reduziert werden. Ab März wird es 10:10 auch in Deutschland geben.
Die Gefahr des Klimawandels ist zwar hinlänglich bekannt. Dieser Einsicht entsprechend handeln möchte aber niemand: Die Anwohner eines Dorfes im britischen Cornwall befürchten, dass Windräder ihre Landschaft verschandeln könnten. Ein indischer Geschäftsmann gründet in Indien eine Billig-Airline und lässt sich dafür feiern, den verheißungsvollen kapitalistischen Wohlstand in sein Land zu bringen. Ein 82-jähriger Bergführer in Frankreich sieht die Gletscher dahin schmelzen und kämpft gegen Lkw-Transporte durch seine Bergregion, die Milch nach Italien bringen, um sie als Joghurt wieder zurückzuholen. Eine Frau in Nigeria holt aus ihrem See Fisch, der von einer naheliegenden Raffinerie verölt ist. "Im Westen muss das Leben so schön sein, da möchte man bestimmt ewig leben", sagt sie.
In glaubhaften Bildern, ohne anklagend zu sein, legt der Film eine Denkart offen, die auf stetes Wachstum zielt - und an ihrem Größenwahn zugrunde geht. Gleichzeitig zeigt die Regisseurin Franny Armstrong aber auch alternative Ansätze, erzählt von gewöhnlichen Menschen, die vor der eigenen Nase mit einem großen Umbruch beginnen - einem Umbruch, der zu einem völlig neuen Umgang mit den Ressourcen der Erde führt. Die Regisseurin Franny Armstrong plädiert in ihrem Film für eine eigenständige, selbstverantwortliche Haltung. Und ist diesem Anspruch durch den innovativen Guerilla-Vertrieb ihres Films selbst gerecht geworden: Statt die Filmrechte an eines der großen Studios zu veräußern, hat sie die nötigen knapp 500.000 Euro für ihren Film durch den Verkauf öffentlicher Anteile finanziert und bei der Öffentlichkeitsarbeit konsequent auf "social media" gesetzt. (kuuku.de)