Home
 
  Übersicht nach Filmen
  Aktuelle Infos
  Filmscene
  VHS
  Förderverein Filmhaus
 Programm Vorschau
  Max Ophüls Preis
  Wolfgang Staudte
Preis
  Franz Hofer Preis
  Filmhaus Award
 Kinosommer
 Angebot Filmplakate
 Eintrittspreise
 Internet-Bon
 Anfahrt
 Kontakt
 Links
TULPAN Sergey Dvortsevoy

DEU/KAZ/POL 2008, 103 Min
FSK ab 6, deutsche Fassung
D: Askhat Kuchinchirekov, Tulepbergen Baisakalov, Samal Yeslyamova, Ondasyn Besikbasov, Bereke Turganbayev

01. - 07.04. (Do - Mi) 19.30 Uhr
08. - 14.04. (Do - Mi) 17.30 Uhr

Nach langer Zeit auf hoher See kehrt der Matrose Asa zurück in die kasachische Steppe, wo seine Schwester Samal und sein Schwager Ondas ihre Kinder großziehen und Schafe züchten. Da Asa ledig und die Nomadenfamilie nicht reich ist, muss er verheiratet werden. Doch in der Steppe gibt es nur noch ein heiratsfähiges Mädchen: Tulpan. Ondas und Asa nehmen die Verhandlungen auf. Asa erzählt von seinen Abenteuern mit Seeungeheuern, Ondas lobt die zwei Medaillen seines Schwagers, bietet zehn Schafe und einen kitschigen Lüster. Als alle sich endlich handelseinig sind, macht ihnen Tulpan einen Strich durch die Rechnung: Sie findet Asas abstehende Ohren völlig inakzeptabel.
Asa ist unendlich enttäuscht. Ohne eine Heirat bekommt er keine Herde, und ohne Herde wird sich sein Lebenstraum von einer Jurte mit Strom und eigenem Wassertank nie erfüllen. Hinzu kommt auch noch, dass er ungeschickt im Umgang mit Schafen ist, ein Umstand, der Ondas zunehmend ungenießbarer macht. Aber Asa nimmt den Kampf auf: mit seinen Ohren, mit dem Unmut seines Schwagers und mit den Schafen, die plötzlich alle ihre Lämmer zur Welt bringen…
Mit herzerwärmendem Humor und im quasi-dokumentarischen Stil berührt Regisseur Sergey Dvortsevoy mit TULPAN in den unendlichen Weiten der Steppe universelle Themen wie die Suche nach der verwandten Seele und den Platz des Menschen in der Gesellschaft. Ausgezeichnet auf unzähligen Festivals, u. a. als Bester Film in der Reihe "Un Certain Regard" in Cannes 2008 ist TULPAN ein ungewöhnliches Filmhighlight und ein Fest für Arthouse-Aficionados. (Verleih-Info)
"Allem voran wollte ich die Schönheit des Lebens dieser einfachen Leute zeigen. Derer, die ein hartes Leben führen, die aber trotzdem ihre eigenen Träume und ihre eigenen Freuden haben. Ich wollte die Schwierigkeiten zeigen, aber auch das, was schön ist in diesem schwierigen Leben" (Regisseur Sergey Dvortsevoy)
Die Geschichte ist einfach: Asa, frisch aus der russischen Marine entlassen, träumt von einer eigenen Viehherde und einer Jurte. Der ortsansässige Landbesitzer will Asa jedoch nur eine Herde zuteilen, wenn dieser heiratet.
Und hier beginnt im Debütfilm des kasachischen Regisseurs Sergey Dvortsevoy das Problem: Weit und breit keine Braut in Sicht in der öden kasachischen Steppe. Außer: Tulpan.
Asa spricht mit einem Heiratsvermittler bei Tulpans Eltern vor, bringt Brautgeschenke, erzählt tolle Geschichten, um Eindruck zu schinden. Aber Tulpan - die wir übrigens während des ganzen Films nie zu Gesicht bekommen - lehnt ab mit der Begründung, dass Asa viel zu große Ohren habe. Und schließlich verschwindet Tulpan sogar ganz aus der Steppe - fort in die große Stadt, um dort eine Ausbildung zu beginnen.
Wird Asa Tulpan in die Stadt nachfolgen oder wird er die innere Stärke haben, dem harten Nomadenleben in der Steppe zu trotzen? Um diese Frage kreist der Film, und wir werden Zeuge eines Lebens, das sich - vom einzelnen Rumpeltraktor oder stotternden Motorrad abgesehen - nicht wesentlich verändert hat im Lauf der Jahrhunderte. Das Nomadenleben hat nichts von Romantik und Glanz, es gibt nicht genug zu fressen fürs Vieh, starke Wirbelstürme machen das tägliche Leben zur Sandhölle. Und trotzdem liegt etwas Wunderbares und Poetisches über dem Film, das staunen lässt. Immer wieder gibt es Szenen, bei denen man sich fragt, wie sie wohl gefilmt wurden: zum Beispiel die Szene, in der Asa ein Lämmchen auf die Welt bringt - diese zehn Minuten enthalten mehr Spannung und emotionale Verstrickung für den Zuschauer bereit als jeder Thriller. Da gibt es den Tierdoktor, der ständig von einem liebeskranken Kamel verfolgt wird, oder die Ziege, die sich an den wütenden Asa schmiegt, als wolle sie ihn trösten, weil Tulpan sein Werben nicht erhört hat.
Regisseur Sergey Dvortsevoy hat mit seinem Debütfilm das Leben der nomadischen Viehzüchter in der kasachischen "Hungersteppe" umfassend und mit großem Detailreichtum porträtiert, humorvoll und menschlich - und am Ende ist der Zuschauer mit den Charakteren und ihrem kleinen Universum so sehr vertraut, dass er sie nur ungern zurücklassen mag. (www.hr-online.de)

"Witzig und herzerwärmend" (Los Angeles Times USA)

"Vergessen Sie den ganzen Hollywoodkram, schauen Sie sich TULPAN an." (Filmlink Australien)

"TULPAN ist ein solcher Mikrokosmos, der seine sinnliche Fülle in jeder Einstellung vor dem Zuschauer entfaltet. Der Hauptpreis der Parallelreihe "Un certain regard" wurde ihm in Cannes mit Recht zugesprochen." (Schnitt)