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Top-Hit-Listen, Box-Offices-Mega-Filme und ähnliches gibt
es viele. Meist angeführt von vermenschlichten Tieren, wie
sprechenden Fischen und Löwen oder Special-Effect-Movies aus
dem Computer! Mit diesen Filmen macht Hollywood seine Umsätze
und dagegen lässt sich auch nichts sagen. Problematisch wird
es, wenn die Medien diese Filme zum Event hochjubeln und - wie das
im "Pisa-Land" nun mal so ist - die Massen gelenkt strömen.
Infantitisierung der Gesellschaft. Ausnahmen wie "GOOD
BYE LENIN" bestätigen nur die Regel.
Trotzdem kommen immer noch Filme in unsere Kinos, die sich von
der Massenware wesentlich unterscheiden, innovativ und aufregend
sind und das Medium Film hinterfragen und prägen. In der Regel
zeigen wir im "Filmhaus" alle diese Filme in Erstaufführung.
12 davon möchten wir zu einer kleinen Reihe im Januar und Februar
zusammenfassen um einen kompakten Überblick über die interessantesten
Filme des vergangenen Jahres zu geben. So kann man evtl. Informationslücken
schließen. Die Auswahl ist selbstverständlich subjektiv
und auf eine Rangfolge wird von uns auch verzichtet. Die sollen
die Zuschauer bestimmen. Mit Einwurf der Eintrittskarte nach der
Vorstellung in eine Abstimmungsbox an der Kasse wird abgestimmt.
Daneben können Sie auch direkt hier abstimmen
(nur bis zum 12.02.04). Wir sind auf das Ergebnis
sehr gespannt.
"GÖTTLICHE
INTERVENTION" von Elia Suleiman ist ein palästinensischer
Film, der zwar die völkerrechtswidrige Besetzung des Landes
durch die israelische Armee zum Thema hat, aber die Situation mit
Humor und Phantasie schildert. Grandios die Szene in der ein Luftballon
mit dem Portrait von Jassir Arrafat über Jerusalem schwebt.
Der Film wurde bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Preis der
Jury ausgezeichnet. Grandios.
"IRREVERSIBEL"
von Gaspar Noe war der umstrittenste Film der Filmfestspiele Cannes
wegen seinen freizügigen und gewalttätigen Szenen. Der
Film erzählt seine Geschichte rückwärts und endet
mit dem Beginn des irritierenden Geschehens. Gewöhnungsbedürftig,
aber konsequent und innovativ. Der ungewöhnlichste Film diese
Jahres.
"25 STUNDEN"
ist Spike Lees bester Film seit längerem und mit Edgar Norton
fulminant besetzt. Szenen aus dem Leben eines Dealers, kurz nach
den Ereignissen des 11. Septembers 2002 in New York gedreht. Außergewöhnlich.
"HISTORIAS
MINIMAS" von Carlos Sarin ist ein Road Movie aus Argentinien
über die Träume einfacher Menschen, skurril und wunderbar
subtil erzählt, mit Menschen und Problemen, die in Erinnerung
bleiben.
In 5 kleinen Episoden erzählt der deutsche Regisseur Hans
Christian Schmid in "LICHTER"
von Schicksalen im Osten unseres Landes. Beeindruckend und für
viele Kritiker der beste deutsche Film des Jahres. Ausgezeichnet
bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin.
"WILBUR" von
Lone Scherfig ist eine Alternativ-Komödie aus Dänemark
über Loser und psychisch Angeknackste. Ein sympathischer Film,
der sehr berührt
und völlig ohne sentimentale Anwandlungen ist.
"DIE MUTTER"
von Roger Michel ist ein Film zum Thema Sex im Alter. Ungewöhnlich
ist die Handlung. Eine Mutter versucht ihrer labilen Tochter den
Liebhaber auszuspannen und geht dabei bis zum Äußersten.
Was sich ziemlich rücksichtslos anhört, gestaltet Michel
zu einer einfühlsamen, gelegentlich schockierenden Beobachtung.
"DEM HIMMEL
SO FERN" von Todd Haynes wurde ausgezeichnet als bester
Independent-Film in Amerika und zeichnet ein bedrückendes Bild
der 50er Jahre in den USA. - Wunderbar.
"MEIN LEBEN
OHNE MICH" von Isabel Coixet zeigt die letzten Tage einer
jungen krebskranken Mutter, die sich noch einmal den Wunsch erfüllt,
mit einem fremden Mann zu schlafen und für ihren Mann eine
neue Lebenspartnerin sucht. Ein bewegender Appell, das Leben auszukosten
und zu schätzen. (Lief bereits im Januar 2004)
"DOGVILLE"
von Lars von Trier war das meistdiskutierte Ereignis der Filmfestspiele
von Cannes und Nicole Kidmans bisher bester Film. Auf einer Brecht-Bühne
mit aufgemalten Requisiten spielt sich ohne Längen die 177-minütige
Handlung einer jungen Frau ab, die in einer Kleinstadt Schutz vor
Gangstern sucht und von deren Bewohnern zur Sklavin gemacht wird.
- Superb!
"HIERANKL"
von Hans Sebastian Steinbichler wurde in München mit dem "Förderpreis
Deutscher Film" ausgezeichnet. Ein dramatischer Heimatfilm
über sexuelle Verwicklungen in einer Familie. Der Filmdienst
urteilte: "HIERANKL hat das, was vielen deutschen Filmen fehlt
- außergewöhnliche Kinoqualität".
"ABOUT
SCHMIDT" von Alexander Payne ist ein "schlaues, stilles,
bewegendes und immer wieder brillant komisches Roadmovie, hinter
dem sich das Portrait eines pensionierten Spießers verbirgt".
-(Blickpunkt Film). Jack Nicholson spielt den Versicherungsstatistiker
mit phänomenaler Lust am darstellerischen Spiel.
Albrecht Stuby
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