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GESCHICHTEN AUS TEHERAN

In GESCHICHTEN AUS TEHERAN kehrt die große iranische Filmemacherin Rakshan Bani-Etemad zu ihren Wurzeln zurück. Sie widmet sich Menschen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und verwebt deren Geschichten zu einer mutigen, authentischen und vielschichtigen Erzählung aus Teheran. Ihr Film gewährt Einblick in den Alltag von Menschen mit den unterschiedlichsten sozialen Stellungen. Er erzählt von Eheleuten, Künstlern, Studenten oder Arbeitern. Die Geschichten, die er von ihnen erzählt sind Liebesgeschichten. Sie handeln von der Liebe in Familien, Freundschaften und Beziehungen. Der Liebe, die den Menschen die Hoffnung und Kraft gibt, alle Schwierigkeiten und Unterschiede überwinden zu können und für ein besseres Leben zu kämpfen. Denn was den Protagonisten trotz ihrer Unterschiede gemein ist, ist die Leidenschaft für das Leben.

GESCHICHTEN AUS TEHERAN
Jahr:
2014
Spielzeit:
88 min
Sprache des Films:
OmU
Land:
Iran
Reihe:
Starke Frauen
FSK:

Die vielschichtige Erzählung über soziale Realitäten in Teheran versammelt ein Ensemble von Figuren, darunter Tuba und Abbas aus UNDER THE SKIN OF THE CITY (2001). Geschildert wird das Alltagsleben von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten: Es geht um Drogensucht, die (Un)Möglichkeit politischer Betätigung, häusliche Gewalt, von der öffentlichen Moral verunmöglichte Liebesbeziehungen, aber auch um die Absurdität einer übermächtigen, die Bürger missachtenden Bürokratie und die Willkür staatlicher Macht. Allen Figuren gemeinsam ist ihr ständiger Kampf um Würde in einem oft menschenfeindlichen System. Meisterhaft zusammengehalten werden die Episoden von einem jungen Dokumentarfilmregisseur, dem bei seiner Arbeit ständig Steine in den Weg gelegt werden, der sich aber sicher ist: "Kein Film bleibt ewig in den Regalen liegen. Irgendwann wird er gesehen werden." Um die Zensur zu umgehen, die unter der Präsidentschaft von Mahmud Ahmadinedschad verschärft wurde, wurde TALES als Serie von fünf Kurzfilmen – die einem weniger komplizierten Bewilligungsverfahren unterliegen – konzipiert und dann zu einem langen Spielfilm zusammengeführt. Schon 2011 war TALES fertig, wurde aber erst 2014, als sich nach der Wahl von Präsident Hassan Rohani das politische Klima öffnete, zur Aufführung zugelassen. Beim Filmfestival in Venedig wurde Rakhshan Bani-Etemad dafür mit dem Preis für das beste Drehbuch ausgezeichnet.

Was wie ein herkömmlicher sozialkritischer Film beginnt, steigert sich zu einer realistischen Parabel über Kunst und Gesellschaft, hin zu einer langen Dialogszene zwischen einem jungen Mädchen und einem jungen Mann, die mehr über den heutigen Iran erzählt als ein Dutzend beliebiger Filme. (Arri-Kino München)

Filmreihe „Starke Frauen“ in Kooperation mit dem Frauenbüro der Landeshauptstadt Saarbrücken

Regie:
Rakhshan Bani-Etemad
Darsteller:
Habib Rezaei, Mohammad Reza Forutan, Mehraveh Sharifinia, Golab Adineh, Mehdi Hashemi